AG Projektliste Koloniale Provenienzen

Projektliste der AG Koloniale Provenienzen

des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. zu Projekten der Provenienzforschung in ethnologischen Museen und ethnografischen Sammlungen im deutschsprachigen Raum

Die folgende Liste umfasst Projekte zur Provenienzforschung zu Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten an ethnologischen Museen und ethnografischen Sammlungen im deutschsprachigen Raum. Sie wurde von den Mitgliedern der AG Koloniale Provenienzen des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. erstellt, um einen Überblick über vorhandene Forschung und Kooperationen zu bieten und so mehr Transparenz in einem diversen Forschungsfeld zu schaffen. Die Liste umfasst Projekte seit 2012, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird laufend ergänzt und aktualisiert.
Für weiterführende Fragen zur AG wenden Sie sich bitte an die Sprecherin der AG Koloniale Provenienzen, Kristin Weber-Sinn. Die Einträge sind nicht an eine Mitgliedschaft in der AG Koloniale Provenienzen gebunden. Möchten Sie hier eigene Projekte eintragen lassen, wenden Sie sich bitte an den Projektkoordinator von PAESE, Lars Müller. Weiterführende Informationen über die Arbeit der AG Koloniale Provenienzen finden Sie auf der entsprechenden Website. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft wenden Sie sich bitte an die dort angegebene Adresse.

Stand: Februar 2020

Basel

Museum der Kulturen

Geschichte der Sammlung Basler Mission

Kurzbeschreibung: Mittels historisch-archivalischer Forschung werden Erwerbskontexte, Entstehungsbedingungen und die Funktionen der Sammlung Basler Mission untersucht. Besonderer Beachtung gelten den Bedingungen der Objekterwerbe in den kolonialen Kontexten, den biografischen Hintergründen sowie Motiven und Handlungsstrategien von Missionar_innen ebenso wie Akteur_innen der „besammelten“ Bevölkerungen. Herausgearbeitet werden zudem Bedeutungswandel von Objekten, von ihren verschiedenen Funktionen in Herkunftskontexten hin zu Repräsentationen von „Missionserfolgen“ und kolonialen Imaginationen in Missionsausstellungen. Die regionalen Schwerpunkte liegen auf den Sammlungen aus Ghana, Kamerun, Indien und China. Der zeitliche Fokus nimmt die Biografie der Sammlung Basler Mission von der Mitte des 19. Jahrhunderts über ihren Höhepunkt der Missionsausstellung von 1908 bis zum Ersten Weltkrieg in den Blick.

Laufzeit: 2016 – 2019

Projektförderung: Georges und Miriam Kinzel Fonds

Projektmitarbeiter_innen: Dagmar Konrad und Isabella Bozsa

Link: https://www.mkb.ch/de/museum/fellowship.html

Berlin

Museum für Asiatische Kunst und Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin

Waddells koloniale Tibet- und Indien Sammlung im Museum für Asiatische Kunst und dem Ethnologischen Museum, Berlin. Provenienzforschung im Spektrum „wissenschaftlicher“ Sammlungstätigkeit und kolonialer Ideologie

Kurzbeschreibung: This project retraces the provenance and collection history of Tibetan and Indian artefacts the Museum of Ethnology in Berlin bought in 1906 from L. A. Waddell (1854-1938) with the financial support of the art patron Gerson Simon. As an Indian Army surgeon, amateur researcher and archaeologist stationed in British India, Waddell acquired Tibetan artefacts under highly problematic conditions in his position as “cultural consultant” on the 1903-1904 British invasion of Tibet led by Colonel Younghusband. The collection, located today in the Museum of Asian Art and the Museum of Ethnology, Berlin, consists of primarily three object groups: Tibetan ritual devices and material culture, Tibetan painted scrolls and Indian sculpture. Considered as one of the foremost authorities on Tibet and Tibetan Buddhism in his time, however, Waddell’s books on the history of civilization have caused controversy and contributed to fascistic ideology. Therefore, the project seeks to investigate the role of the Berlin collection in the light of this arguable personality and locate it within scientific, military and colonial collection strategies. Publication research results:

Laufzeit: 2016 – 2017

Projektförderung: Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut: Regina Höfer

Publikationen: Regina Höfer: 1906: L. A. Waddell, Brief an den Direktor des Königlichen Museums für Völkerkunde, Berlin, kommentiert von Regina Höfer, in: Translocations. Anthologie: Eine Sammlung kommentierter Quellentexte zu Kulturgutverlagerungen seit der Antike, 19.8.2019. Regina Höfer: Provenance Research on a Colonial Ethnographic Collection: The Legacy of L. A. Waddell in Berlin Museums, in: Baessler-Archiv. Beiträge zur Völkerkunde, Band 64, 2017, S. 39-64.

Link: https://www.khi.fi.it/de/forschung/kooperationsprojekte/connecting-art-histories-in-the-museum/index.php

Mapping Art Collecting and Circulation in British India. The Connoisseur and Dealer L. A. Waddell

Kurzbeschreibung: The research project investigates the question of how art and cultural artefacts have been collected and distributed in colonial South Asia, Burma and Tibet and the ways these have reached Western collections. Therefore, the entangled infrastructure of archaeologists, collectors, British officials, dealers, museums and other colonial institutions needs close inspection. One of the most important protagonists is L. A. Waddell (1854-1938). The Asian Art Museum and the Museum of Ethnology in Berlin house his collection besides major British museums. As an Indian Army surgeon, amateur researcher and archaeologist stationed in British India, Waddell had first-hand access to local culture and countless opportunities to obtain artefacts: During his own archaeological excavation in the Swat Valley (1895) or several British military operations to Burma and Beijing (Boxer Rebellion) for example. Many of these were problematic from a contemporary point of view and included war booty. Studying this important protagonist will thus be crucial in mapping and understanding the entangled landscape of art connoisseurship, collection and trade in colonial South Asia.

Laufzeit: 2018 – 2019

Projektförderung: Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut

Projektmitarbeiterinnen: Regina Höfer

Link: https://www.khi.fi.it/de/forschung/postdoktoranden/regina-hoefer-mapping-art-collecting-and-circulation-in-british-india.php

Medizinhistorisches Museum der Charité

Human Remains Project

Kurzbeschreibung: Gegenstand der proaktiven Provenienzforschung sind etwa 50 menschliche Überreste aus kolonialen Erwerbskontexten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie stammen aus West-, Ost- und dem südlichen Afrika sowie aus Ozeanien. Die Teilbestände weisen sehr heterogene Sammlungsgeschichten auf.

Laufzeit: 11.2018 – 10.2019

Projektförderung: Drittmittel von der Fritz Thyssen-Stiftung

Kooperationen mit Südafrika: Ciraj Rassool (University of the Western Cape, Cape Town) und mit Tanzania: N.N. (im Aufbau) sowie mit Kamerun: N.N. (im Aufbau)

Projektmitarbeiter_innen: Thomas Schnalke (Leiter), Sarah Fründt und Holger Stoecker

Link: https://www.bmm-charite.de/

Provenienzforschung an einer Sammlung menschlicher Überreste aus Neuseeland

Kurzbeschreibung: Gegenstand der historischen und anthropologischen Provenienzforschung waren ca. 120 menschliche Überreste, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts von unterschiedlichen Personen in Neuseeland gesammelt worden waren. Im April/Mai 2019 fand die Rückgabe an Neuseeland statt.

Laufzeit: 2016-2019

Projektförderung: keine

Projektmitarbeiter_innen: Andreas Winkelmann (Projektleitung) und Sarah Fründt

Ethnologisches Museum Berlin

‚Objektbiografien’

Kurzbeschreibung: Für das Ausstellungsprojektes ‚Objektbiografien’ wurden Recherchen zu drei Objektkonvoluten durchgeführt, die sich jeweils mit der Frage der Sammlungs- sowie Rezeptionsgeschichte der Objekte beschäftigen: Beforscht wurden insbesondere ein Figurenpaar, das aus dem Königreich Kom im Norden des Kameruner Graslands stammt (III C 20681 III C 20682) und das der deutsche Kolonialoffizier Hans Caspar zu Putlitz mit seiner Truppe 1905 plünderte. Das zweite Objekt betraf ein Karyatidenhocker (III C 14966), das 1902 durch den Sammler Werner von Grawert ins Museum kam. Die Forschungsfrage beschäftigte sich einerseits mit dem Wandern des Hockers innerhalb Ostafrikas. Andererseits wurde die Wertsteigerung des Hockers nachvollzogen, das insbesondere durch die Zuschreibung als Objekt des ‚Bulimeisters / Buli Werkstatt’ an Bekanntheit gewann. Das dritte Objektkonvolut betraf sogenannte Bocios, die 1967 durch den Sammler O.A. Jäger aus Benin in die Sammlung kam. Dieses Objektkonvolut wurde anhand einer Forschungsreise mit dem Beniner Kunsthistoriker Romuald Tchibozo in Benin und Togo weiter befragt. Die Recherchen wurden in enger Kooperation mit den Kurator_innen der Afrika-Sammlung durchgeführt und dienen u.a. auch der Vorbereitung der Ausstellungsmodule im Humboldt Forum.

Laufzeit: 2014 – 2015

Projektförderung: Humboldt Lab Dahlem (Kulturstiftung des Bundes)

Kooperationen: Université d’Abomey Calavi, Benin

Projektmitarbeiter_innen: Margareta von Oswald, Verena Rodatus, Romuald Tchibozo und Paola Ivanov 

Link: http://www.humboldt-lab.de/projektarchiv/probebuehne-6/objektbiografien/teaser/index.html

Tansania/Deutschland. Geteilte Objektgeschichten?

Kurzbeschreibung: Was macht (postkoloniale) Provenienzforschung in sogenannten ethnographischen Sammlungen aus? In diesem Forschungsprojekt wird u.a. dieser Fragestellung nachgegangen. Ausgangspunkt bilden ausgewählte Objekte und Objektgruppen der mehr als 10.200 Objekte umfassenden Sammlungen aus dem heute festländischen Tansania. Deren größter Teil gelangte während der gewaltförmigen deutschen kolonialen Expansion und Herrschaft in Ostafrika nach Berlin. Der Fokus liegt unter anderem auf der Rekonstruktion biographischer Fragmente und Aneignungskontexte von Objekten, die im Kontext kolonialer Kriege in das Museum gelangten. Dabei geht es darum, europäische Sammler zu de-zentrieren, indem, wenn möglich, die Nachfahr_innen der ostafrikanischen Vorbesitzer_innen, Nutzer_innen und Produzent_innen sichtbar gemacht werden. Neben dem Aufbau einer Forschungskooperation mit tansanischen Partner_innen und Erprobung kooperativer Formate in Form von residencies tansanischer Kolleg_innen und Workshops in Berlin, werden die Objekte schrittweise digitalisiert und die Objektdaten online veröffentlicht. Eine Online-Ausstellung mit Projektergebnissen ist für Frühjahr 2020 geplant. Im Juli 2019 hat ein dreijähriges kooperatives Provenienzforschungsprojekt mit der University of Dar es Salaam, dem National Museum of Tanzania sowie der Humboldt-Universität zu Berlin begonnen.

Laufzeit: Juli 2016 – 2020

Projektförderung: Kuratorium Preußischer Kulturbesitz

Kooperationen: University of Dar es Salaam, National Museum of Tanzania, Nafasi Art Space (Dar es Salaam), tansanische Künstler_innen

Projektmitarbeiter_innen: Paola Ivanov, Kristin Weber-Sinn und Hendryk Ortlieb (bis Dezember 2018)

Humboldt Lab Tanzania

Projektbeschreibung: Humboldt Lab Tanzania has been a multi-disciplinary project that has taken ethnological and museological questions of cultural heritage into a broad dialogue through collaboration with academics and cultural practitioners. The exchanges have taken place between Tanzanian and German organizations from the academic and cultural sectors. They are the Ethnologisches Museum in Berlin, the University of Dar es Salaam, the National Museum and House of Culture, the Goethe-Institut Tanzania, Bookstop Sanaa Visual Art Library, Nafasi Art Space and the Tanzanian artists Amani Abeid, Douglas Kahabuka, Nicholas Calvin Mwakatobe and Pia Rutaiwa. The project Humboldt Lab Tanzania has placed at the center of its research-oriented work ethnographic objects from Tanzania, which have been appropriated in the context of anti-colonial wars of resistance during German colonial rule 1885–1918. Keystones of the project have been a joint Tanzanian-German provenance research field trip, an artistic research and residency program, an international conference at the Goethe-Institute Tanzania and the three-language publication “Humboldt Lab Tanzania. Objects from the colonial wars in the Ethnologisches Museum, Berlin – a Tanzanian-German Dialogue”, Berlin 2018. The “findings” of Humboldt Lab Tanzania have been presented in a multi-disciplinary touring exhibition entitled Living Inside the Story. The exhibition was shown at the National Museum and House of Culture, Dar es Salaam, the University of Dar es Salaam and at the Maji Maji Memorial Museum in Songea where it did coincide with the annual commemorations of the Maji Maji War of Resistance.

Laufzeit: Juni 2014 – Juni 2018

Projektförderung: Kulturstiftung des Bundes (Fonds TURN), Kuratorium Preußischer Kulturbesitz

Kooperationspartner : University of Dar es Salaam: Department of History, Department of Fine and Performing Arts, Department of Archaeology; National Museum and House of Culture, Dar es Salaam und Maji Maji Memorial Museum, Songea; Nafasi Art Space (Artists: Amani Abeid, Douglas Kahabuka, Nicholas Calvin Mwakatobe, Pia Rutaiwa); Bookstop Sanaa Visual Art Library & Creative Learning Space, Dar es Salaam (Sarita Mamseri); Goethe-Institut Tansania

Projektmitarbeiter_innen: Paola Ivanov (Projektleitung Berlin), Lili Reyels (Projektleitung Tansania und Kuratorin Living Inside the Story), Sarita Mamseri (Künstlerische Leitung) und Kristin Weber-Sinn (wissenschaftliche Mitarbeiterin), Hendryk Ortlieb (Museologe)

Links: https://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/ethnologisches-museum/sammeln-forschen/forschung/humboldt-lab-tanzania.html; https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/projekte/nachhaltigkeit_und_zukunft/detail/humboldt_lab_tanzania.html; http://www.reimer-mann-verlag.de/controller.php?cmd=detail&titelnummer=101591&verlag=4

Namibia: „Confronting Colonial Pasts, Envisioning Creative Futures”

Kurzbeschreibung: Die erste Phase des Projekts beinhaltete die Erfassung vorläufige Provenienz-Untersuchung und Online-Stellung der Sammlung von ca. 1400 Objekten aus Namibia im Ethnologischen Museum. Diese Phase wurde gemeinsam mit ExpertInnen aus Namibia durchgeführt, die die Geschichten der Objekte recherchierten und ihr Potenzial für zukünftige Projekte mit WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und Communities zu evaluierten. Auch wurde die Sammlung untersucht um Objekte von besonderer kultureller Relevanz zu bestimmen, aber auch solche diejenigen Objekte, die in genozidären und anderen Gewaltkontexten angeeignet wurden. Eine zweite Phase, finanziert durch die Gerda Henkel Stiftung, wird ausgewählte Objekte zurück nach Namibia bringen, um sie dort in Workshops zu untersuchen.  Ziel der Workshops ist das Wissen über die Objekte zu reaktivieren und sie an die heutigen Interessen der Wissenschaft, Kunst und Communities in Namibia zu verknüpfen. Es ist auch ein Sammlungskatalog zum Gesamtbestand in dem Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin in Bearbeitung.

Laufzeit: 2017 – 2021

Projektförderung: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Gerda Henkel Stiftung

Kooperationen: Museums Association of Namibia, University of Namibia, National Museum of Namibia.

Projektmitarbeiter_innen: Julia Binter, Kolja Drescher, Golda Ha-Eiros, Hertha Hishekwa, Jonathan Fine, Nehoa Kautondokwa, Cynthia Schimming und Jeremy Silvester

Humboldt-Universität Berlin; Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin; History Department der University of Dar es Salaam; National Museum of Tanzania;

Freie Universität Berlin; Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin

Umstrittenes Eigentum: Die affektive und emotionale Grundierung transkultureller Normenkonflikte um ethnographische Sammlungen im Humboldt Forum (Teilprojekt des SFB 1171 Affectice Societies: Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten)

Kurzbeschreibung:  Um den Status ethnographischer Sammlungen in Deutschland ist eine heftige Debatte entbrannt, in der die Frage des Eigentums zentral ist. Am Beispiel der Tansania-Sammlung des Ethnologischen Museums Berlin im Humboldt Forum fokussiert sich das Projekt auf die affektive und emotionale Dimension solcher Eigentumskonflikte, in denen nicht nur unterschiedliche Akteursgruppen sondern auch Eigentumskonzeptionen miteinander konkurrieren. Das Projekt untersucht im Rahmen eines multi-sited fieldwork in Deutschland und Tansania, wie Eigentum in diesem Konfliktgeschehen institutionell transformiert wird. Ziel des Projekts ist, die Rolle von Affektivität und Emotionen in solchen sozio-rechtlichen Transformationsprozessen genauer zu konturieren.

Laufzeit: Juli 2019 – Juni 2022

Projektförderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kooperationen: Nachfahren der Produzent_innen, Nutzer_innen und Vorbesitzer_innen der Objekte

Projektmitarbeiter_innen: Paola Ivanov, Jonas Benz, Laibor Kalanga und Leonie Benker

Freie Universität Berlin (Kunsthistorisches Institut, Abteilung Kunst Afrikas) / Museum am Rothenbaum, Hamburg / GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig / Ethnologisches Museum Berlin

Bewegte Objekte, umkämpfte Geschichten. Die Sammlung Leo Frobenius aus Westafrika (1907 – 1909) im Kontext postkolonialer Fragestellungen

Kurzbeschreibung: Dissertationsprojekt an der FU Berlin (Kunsthistorisches Institut, Abteilung Kunst Afrikas) zu einer Sammlung, die Leo Frobenius in den Jahren 1907-1909 im heutigen Mali, Guinea, Burkina Faso und Togo gesammelt hat. Ziel ist eine historische Aufarbeitung der Expedition und der daraus hervorgegangenen Sammlung und ihrer Analyse im Kontext gegenwärtiger postkolonialer Fragestellungen.

 Laufzeit: 2019 – 2022

Projektförderung: Junior Fellowship am Internationalen Forschungszentrum für Kulturwissenschaften (IFK), Wien

Kooperationen: Evtl. Zusammenarbeit mit Musée National du Mali

Projektmitarbeiterinnen: Cécile Bründlmayer

Braunschweig

Städtisches Museum Braunschweig

Fragmente kolonialen Sammelns – Erinnerungskulturen zur Kamerun-Sammlung von Kurt Strümpell (1872-1947) im Museum und der mündlichen Überlieferung | PAESE-Teilprojekt

Kurzbeschreibung: In den Jahren 1901 – 1908 erhielt das Städtische Museum Braunschweig eine Sammlung von ca. 700 Objekten des Braunschweigers Kurt Strümpell, der ab 1900 als Angehöriger der Schutztruppe in Kamerun stationiert war. Strümpell war zunächst Stationschef in Tinto (ab 1901), gelangte im Anschluss mit der deutschen Militärexpedition in den Norden Kameruns und war Resident in Adamaua (1906 – 1909). Die Objekte wurden von Strümpell in West-, Südwest- und Nordwestkamerun sowie dem heutigen Adamaoua, Nord- und Extremnord Kameruns und Teilen Nigerias gesammelt. Erforscht werden soll, wie und unter welchen Umständen Strümpell an die Objekte gelangte, welche Erwerbsmodalitäten es gab und wie diese in Zusammenhang mit der deutschen Kolonialherrschaft standen. Die Provenienzforschung erfolgt im Rahmen des PAESE-Verbundprojekts und stützt sich auf die Sammlung von Strümpell im Museum sowie Museumspublikationen, weitere Forschungsliteratur, Archivrecherchen und die Zusammenarbeit mit Experten_innen aus Kamerun. Im Dissertationsprojekt sollen darüber hinaus verschiedene Erinnerungskulturen zu Provenienzen der Sammlung untersucht werden. Anhand der musealen Dokumentation und der oralen Überlieferung an früheren Sammelorten soll untersucht werden, wie von wem koloniale Erwerbskontexte erinnert oder beschwiegen wurden. Mit der gegenwärtigen Provenienzforschung soll ein Beitrag zur postkolonialen Erinnerungskultur am Museum geleistet werden.

Laufzeit: 01.2019 – 01.2022

Projektförderung: Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE) und wird von der VolkswagenStiftung gefördert.

Kooperationen: Kooperationen mit Wissenschaftler_innen aus den Herkunftsgesellschaften sind im Rahmen von PAESE durchgehend vorgesehen. Für das Jahr 2019 wurden Albert Gouaffo (Université de Dschang) und Paule Dassi (Kuratorin im Palastmuseum Batoufam) eingeladen.

Projektmitarbeiter_innen: Isabella Bozsa (Wissenschaftliche Mitarbeiterin/Doktorandin im PAESE-Projekt) und Evelin Haase (Kuratorin Ethnologie am Städtischen Museum Braunschweig)

Link: https://www.postcolonial-provenance-research.com/paese/teilprojekte/sammlung-struempell/ http://www.braunschweig.de/museum

Bremen

Übersee-Museum

Koloniale Spuren im Übersee-Museum Bremen. Afrika-Sammlungen als Gegenstand der Provenienzforschung

Kurzbeschreibung: Das am Übersee-Museum angesiedelte, gemeinsam mit der Forschungsstelle koloniales Erbe der Universität Hamburg durchgeführte, Projekt verfolgt das Ziel, die Herkunft und Geschichte der Sammlungen aus Kamerun, dem ehemaligen Deutsch-Ostafrika (Tansania, Burundi, Ruanda) und Deutsch-Südwestafrika (Namibia) zu erforschen. Das Projekt untersucht die Entstehungsgeschichte kolonialer Sammlungen, aus der Perspektive afrikanischer sowie deutscher Akteur_innen. Dafür geht die akteurszentrierte Untersuchung den Fragen auf den Grund, wie Sammler_innen außereuropäische Gegenstände zusammengetragen haben sowie welche Handlungsspielräume dabei die Vertreter_innen der Herkunftsgesellschaften hatten. Vorstellungen von der unumstrittenen Rechtmäßigkeit des Erwerbes auf der einen und der völligen Machtlosigkeit der Herkunftsgesellschaften im kolonialen Unrechtssystem auf der anderen Seite, werden dabei hinterfragt. Ethnologische Museen sind Orte einer geteilten Erinnerungskultur. Aus der Sicht der Herkunftsgesellschaften bildet die Frage, warum bestimmte afrikanische Kulturschätze in europäischen Museen bewahrt werden, einen wichtigen Teil des kulturellen Gedächtnisses. Gleichzeitig ist die in der Hochphase der deutschen Kolonialgeschichte gegründete Institution an der Beantwortung der offenen Fragen zur Erwerbs-, Sammlungs- und Institutionsgeschichte interessiert.

Laufzeit: November 2016 – April 2021

Projektförderung: Förderinitiative „Forschung in Museen“ der Volkswagenstiftung

Kooperationen: Jeremy Silvester (Museum Association of Namibia), Oswald Masebo (University of Dar es Salaam), Philip Maligisu (National Museum of Tanzania), Albert Gouaffo (Université de Dschang) und Prince Kum’a Ndumbe III (Fondation AfricAvenir International)

Projektmitarbeiter_innen: Ndzodo Awono, Patrick Hege, Christian Jarling

Ahnen- und Trophäenschädel aus ehemals Deutsch-Neuguinea. Annäherung an Provenienz und Erwerbung einer Sammlung kulturell sensibler Objekte in den Beständen des Übersee-Museums Bremen

Kurzbeschreibung: Untersuchung der Provenienz von 115 menschlichen Schädeln aus Melanesien, die mutmaßlich aus der deutschen Kolonialzeit herrühren. Im Übersee-Museum werden Ahnen- und Trophäenschädel, die künstlerisch bearbeitet wurden und von Vorfahren oder Feinden der Herkunftsgesellschaften stammen sowie menschliche Überreste, welche auf anthropologische Sammeltätigkeit zurückzuführen sind, verwahrt. Für lediglich 38 dieser kulturell sensiblen Objekte gibt es derzeit Hinweise auf die Einlieferer. Kunst, Ahnenverehrung, Kopfjagd und Kannibalismus Neuguineas faszinierten Wissenschaftler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Erkenntnisse sollen in Deutsch/Englisch auf der Museums-Homepage zugänglich gemacht werden. Es ist vorgesehen, in einen Dialog mit Fachwissenschaftler_innen und Vertreter_innen der Herkunftsgesellschaften aus Papua-Neuguinea einzutreten.

Laufzeit: November 2019 – Oktober 2020

Projektförderung: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Projektmitarbeiterinnen: Bettina von Briskorn

Dresden

Staatliche Kunstsammlungen Dresden/ GRASSI Museum für Völkerkunde Leipzig

Provenienzforschung zu 4 Schädeln aus der Kilimandscharo-Region, Ostafrika in der Anthropologischen Sammlung des Völkerkundemuseums Dresden

Kurzbeschreibung: Die proaktive Provenienzforschung untersucht die Sammlungsgeschichte von 4 Schädeln aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ost-Afrika, die den Wadschagga und Dorobbo aus der Region um den Kilimandscharo zugeordnet sind. Die Schädel wurden 1902 von dem späteren Schutztruppen-Leutnant Hermann Trefurth dem Königlich Naturhistorischen Museum zu Dresden geschenkt und befinden sich heute in der anthropologischen Sammlung des Völkerkundemuseums Dresden.

Laufzeit: 01.4.2019 – 31.12.2019

Projektförderung: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Kooperationen: Übersetzung des vorläufigen Berichts in Swahili in Arbeit.

Projektmitarbeiter_innen: Birgit Scheps-Bretschneider (Projektleitung), Isabelle Reimann, Mnyaka Sururu Mboro und Sarah Fründt

Provenienzforschung an einer Sammlung menschlicher Überreste aus Australien

Kurzbeschreibung: Gegenstand der historischen und anthropologischen Provenienzforschung waren ca. 40 menschliche Überreste aus kolonialen Erwerbskontexten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie stammten aus verschiedenen Regionen Australiens und gingen auf unterschiedliche Sammler zurück. Einige Rückgaben erfolgten bereits 2019; weitere sind für 2020 geplant.

Laufzeit: 2018 – 2019

Projektförderung: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Projektmitarbeiter_innen: Birgit Scheps-Bretschneider (Projektleitung), Miriam Hamburger und Sarah Fründt

Provenienzforschung an einer Sammlung menschlicher Überreste aus Afrika

Kurzbeschreibung: Gegenstand der historischen und anthropologischen Provenienzforschung waren 9 menschliche Überreste aus kolonialen Erwerbskontexten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie stammen aus verschiedenen afrikanischen Kontexten.

Laufzeit: 04.2019 – 12.2019

Projektförderung: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Projektmitarbeiter_innen: Birgit Scheps-Bretschneider (Projektleitung), Miriam Hamburger und Sarah Fründt

Frankfurt am Main

Weltkulturen Museum

Gesammelt. Gekauft. Geraubt? Fallbeispiele aus kolonialem und nationalsozialistischem Kontext

Kurzbeschreibung: Für die Ausstellung „Gesammelt, Gekauft, Geraubt?“ recherchierte das Weltkulturen Museum Fallbeispiele aus kolonialem und nationalsozialistischem Kontext. Hinsichtlich des kolonialen Kontexts wurden Objekte untersucht, die während der deutschen Kolonialzeit gesammelt oder durch deutsche Forscher/Siedler/Sammler in andern Kolonien um die Jahrhundertwende erworben wurden. Unter den Fallbeispielen befanden sich Objekte aus Kamerun, Namibia und Südafrika sowie aus Indonesien. Ein weiteres Thema waren Objekterwerbungen in den besetzten Gebieten während des Nationalsozialismus. Dabei ging es neben Fragen der Enteignung von Frankfurter Bürgern auch um die Rolle der Kunsthändler in Amsterdam und Paris. Die Ausstellung fand im Rahmen der Kooperation „Gekauft. Gesammelt. Geraubt? Vom Weg der Dinge ins Museum“ mit dem Historischen Museum Frankfurt, dem Museum Judengasse, dem Museum Angewandte Kunst und dem Fritz-Bauer-Institut statt.

Laufzeit: 16.08.2018 – 27.01.2019

Publikation: Gekauft. Gesammelt. Geraubt? Vom Weg der Dinge ins Museum. Dokumentation, Henrich Edition 2019.

Projektförderung: Eigenmittel und Kooperationsfonds des Kulturamtes, Frankfurt am Main

Kooperationen: Bas van Lier (Amsterdam, NL); Amathole Museum (King Williams Town, SA); Museum of Military History (Johannesburg, SA)

Projektmitarbeiter_innen: Julia Friedel (Kustodin Afrika) und Vanessa von Gliszczynski (Kustodin Südostasien)

Link: https://www.weltkulturenmuseum.de/de/ausstellungen/archiv/10030

Die ‚Sammlung Höllerer‘. Auf den Spuren einer Sammlung aus der Kolonialzeit

Kurzbeschreibung: Provenienzforschung über eine kolonialzeitliche Sammlung aus Nordost-Neuguinea, die von Hans Meier (1876 – 1955), einem Techniker der Neuendettelsauer Mission, 1904/05 gesammelt und 1906 von dem Architekten Hans Höllerer durch das Museum erworben wurde. Der Sammler verarbeitete seine Erlebnisse in Neuguinea später in den 1920er Jahren in stark fiktionalisierter Form als Autor von Abenteuererzählungen in einschlägigen Groschenheften.

Laufzeit: seit Ende 2017

Projektförderung: Eigenmittel

Projektmitarbeiter: Matthias Claudius Hofmann (Kustos Ozeanien)

Link: https://www.weltkulturenmuseum.de/de/labor/forschung/11109

Die Sammlung Borys Malkin

Kurzbeschreibung: Ziel war die Aufarbeitung der knapp 600 Objekte umfassenden Südamerikasammlung, die das Weltkulturen Museum zu verschiedenen Zeitpunkten zwischen 1965 und 1986 von dem polnischen Sammler und Ethnologen Borys Malkin (1917 – 2009) erworben hat. Es handelt sich hauptsächlich um zeitgenössische Objekte von indigenen Gruppen aus dem südamerikanischen Tiefland, speziell aus Kolumbien, Bolivien, Brasilien und Paraguay. Über die meisten Objekte ist wenig bekannt, obwohl Malkin weltweit für seine sorgfältigen Objektdokumentationen geschätzt wurde.

Laufzeit: 07.2018 – 06.2019

Projektförderung: Eigenmittel

Projektmitarbeiter_innen: Arno Holl (Volontär)

Publikation: Holl, Arno. 2019: Soon nothing of the same kind can be obtained. Über die Turbulenzen im Leben des Sammlers Borys Malkin. In: Weltkulturen News 1: In Bewegung, Oktober 2019 – März 2020. S. 4-7.

Link: https://www.weltkulturenmuseum.de/de/labor/forschung/10817

Invisible Inventories

Kurzbeschreibung: Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt Invisible Inventories geht der Frage nach, wie Objekte, die sich gegenwärtig im Besitz von Kulturinstitutionen im Globalen Norden befinden, für die heutige kenianische Gesellschaft zugänglich gemacht werden können. Invisible Inventories will afrikanische Perspektiven und Positionen ins Zentrum der Restitutionsdebatte stellen. Zwei Künstler_innenkollektive sowie Forscher_innen aus Kenia und Deutschland werden mit den National Museums of Kenya (NMK), dem Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) in Köln und dem Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main zusammenarbeiten, um im Zeitraum von September 2020 bis September 2021 eine Serie von drei Ausstellungen zu produzieren. Das Weltkulturen Museum setzt seinen Fokus dabei auf die Erforschung der hauseigenen Sammlung von Objekten aus Kenia.

Laufzeit: 2018 – 2021

Projektförderung: Kulturstiftung des Bundes

Kooperationen mit dem Goethe-Institut Kenia, Rautenstrauch-Joest-Museum Köln, National Museum of Kenya, SHIFT Kollektiv, The Nest Collective

Projektmitarbeiter_innen: Julia Friedel (Kustodin Afrika), Frauke Gathof (Volontärin) und Leonie Neumann (Volontärin)

Link: https://www.inventoriesprogramme.org/

Göttingen

Institut für Ethnologie und Ethnologische Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen

Kolonialismus in der Lehre – Lehren aus dem Kolonialismus. Kolonialzeitliche Bestände der Ethnologischen Sammlung Göttingen und ihre Verwendung in der universitären Praxis | PAESE-Teilprojekt

Kurzbeschreibung: Das Teilprojekt befasst sich im Kontext des niedersächsischen Provenienz-Verbundprojektes PAESE mit kolonialzeitlichen Beständen an der Universität Göttingen im Spannungsfeld ihrer Dokumentations-, Nutzungs- und Deutungsgeschichte in Forschung und Lehre. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Beständen der Ethnologischen Sammlung.

Laufzeit: November 2019 – Oktober 2021

Projektförderung: Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE) und wird von der VolkswagenStiftung gefördert.

Kooperationen: Flower Manase (Nationalmuseum Tansania)

Projektmitarbeiter_innen: Hannah Feder, Michael Kraus und Elfriede Hermann

Linkhttps://www.postcolonial-provenance-research.com/paese/teilprojekte/sammeln-und-lehren/ http://www.uni-goettingen.de/de/forschung/28894.html

Mittlere und Neuere Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen, Ethnologische Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen

Viele Wegen führen nach Göttingen. Die ethnologische Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen und die internationalen Handelswege und Netzwerke im 19. und 20. Jahrhundert | PAESE-Teilprojekt

Kurzbeschreibung: Die ethnologische Sammlung der Georg-August-Universität Göttingen beherbergt eine große Anzahl von Objekten, die einem kolonialen Kontexten zugeordnet werden können. Das Promotionsprojekt will internationale Handelswege und Netzwerke, in die die heute in Göttingen befindlichen Sammlungsbestände eingebunden waren, näher betrachten. Betrachtet werden einzelnen Objekten aus den ehemaligen Deutschen Kolonien in der Südsee die zwischen 1890 und 1914 vor Ort gesammelt wurden. Personen wie Richard Thurnwald, Adolf Roesicke, Franz Boluminski oder Arthur Speyer stehen mit diesen Objekten in Verbindung. Folgende Fragen werden dabei untersucht: Wie wurde Wissen im kolonialen Kontext generiert? Welche Rolle spielten Objekte dabei? Wer erwarb Objekte? Wie sahen Aneignungspraktiken im Herkunftsland, in Europa und in Göttingen aus? Welche Akteurinnen und Akteure waren Teil dieses Prozesses?

Laufzeit: Oktober 2018 – September 2021

Projektförderung: Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE) und wird von der VolkswagenStiftung gefördert.

Kooperationen: , Tommy Buga (National Museum and Art Gallery PNG)

Projektmitarbeiter_innen: Sara Müller, Rebekka Habermas, Michael Kraus undElfriede Hermann

Links: https://www.postcolonial-provenance-research.com/paese/teilprojekte/goettingen-viele-wege https://www.uni-goettingen.de/de/projekt+paese/598275.html; https://www.volkswagenstiftung.de/aktuelles-presse/aktuelles/zur-brisanz-ethnografischer-objekte-1-2-mio-euro-f%25C3%25BCr-provenienzforschung-in-niedersachsen

Hannover

Landesmuseum Hannover

Erwerbsumstände, -strategien und Wissensproduktion von Objekten der kolonialen Kamerun-Sammlung im Landesmuseum Hannover | PAESE-Teilprojekt

Kurzbeschreibung: Das Landesmuseum Hannover fokussiert sich im Rahmen des Projekts zunächst auf zwei wichtige Sammlungen aus Kamerun: von dem Kolonialoffizier Wilko von Frese, der zwischen 1908 und 1910 in Dschang stationiert war, verwahrt das Landesmuseum etliche Objekte aus dem Grasland Kameruns. Es sollen die diversen Erwerbsstrategien des Sammlers und dabei vorwiegend der Kontext der Erwerbungen untersucht werden. Daneben wird die Provenienz eines Konvoluts beforscht, das über den Ethnografika-Händler Julius Konietzko 1930 angekauft wurde und nach Angaben des Händlers aus einer Strafexpedition des Gouverneurs von Puttkamer in Bamenda im Jahre 1911 stammen würde. Erste Prüfungen haben jedoch ergeben, dass sich von Puttkamer zu dem angegebenen Zeitpunkt nicht mehr in Kamerun aufhielt. Der Gewaltkontext und die fehlerhafte Provenienzangabe dieses Konvoluts sollen geprüft werden, um dann die Objektbiografien, die Wissensproduktion um die Objekte und deren Bedeutungswandel nachzuvollziehen.

Laufzeit: 09.2018 – 09.2021

Projektförderung: Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE) und wird von der VolkswagenStiftung gefördert.

Kooperationen: Paule Dassi (Kuratorin des Palastmuseums Batoufam), Albert Gouaffo (Leiter der Abteilung Angewandte Fremdsprachen der Universität Dschang, Mitglied des Förderbeirats „Koloniales Kulturgut“ des DZK)

Projektmitarbeiter_innen: Bianca Baumann, und Claudia Andratschke

Link: https://www.postcolonial-provenance-research.com/paese/teilprojekte/hannover-erwerbsstrategien https://www.landesmuseum-hannover.de/haus/forschung/paese/

Heikles Erbe. Koloniale Spuren bis in die Gegenwart

Kurzbeschreibung: Das Ausstellungsprojekt „Heikles Erbe. Koloniale Spuren bis in die Gegenwart“ beschäftigte sich mit der kolonialen Verstrickung der hauseigenen Sammlungen. Dabei wurden erste Ergebnisse der Provenienzforschung zu Ethnografika sowie naturkundlichen Objekten präsentiert. Die Ausstellung verfolgte einen akteurszentrierten Ansatz und nahm einerseits die Sammler_innen und Objektgeber_innen in Augenschein, um die entsprechenden Objekterwerbe zu kontextualisieren. Andererseits wurde die agency der Kolonisierten berücksichtigt und der andauernde Widerstand in sämtlichen deutschen Kolonien thematisiert und somit eine mehrperspektivische Lesart ermöglicht. Der zweite Teil der Ausstellung war der postkolonialen Situation und fortdauernden kolonialen Strukturen gewidmet. Durch unter anderem zeitgenössische Kunst aus Hawai’i wurde auf die heute noch bestehende Abhängigkeit von den USA verwiesen. Am Ende des Rundgangs wurde der zeitgemäße Umgang mit dem heiklen Erbe thematisiert und Fragen und Grenzen der Provenienzforschung aufgezeigt.

Publikation: Poser, Alexis von und Bianca Baumann (Hrsg.): Heikles Erbe. Koloniale Spuren bis in die Gegenwart. Dresden: Sandstein 2016.

Laufzeit: 09.2016 – 02.2017

Projektförderung: Landesmuseum Hannover / Land Niedersachsen

Kooperationen: Healoha Johnston (Honolulu Museum of Art); Wazi Apoh (University of Ghana)

Projektmitarbeiter_innen: Alexis von Poser, Bianca Baumann, Claudia Andratschke und Christiane Schilling

Hildesheim

Roemer- und Pelizaeus-Museum (RPM)

Den Sammlern auf der Spur. Ethnologische Provenienzforschung am Roemer- und Pelizaeus-Museum

Kurzbeschreibung: Ethnologische Provenienzforschung an Objekten aus Afrika, den Amerikas, Indien, Indonesien und Ozeanien, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert aus dem Königlichen Museum für Völkerkunde Berlin (heute Ethnologisches Museum) an das damalige Städtische bzw. Roemer-Museum gelangt sind. Das Gros der Gegenstände stammt aus kolonialen Zusammenhängen. Ziel des Projektes war eine Klärung der Umstände, unter denen die fraglichen Objekte gesammelt oder erworben wurden, sowie die Zusammenstellung von Sammlerbiografien. Ergebnisse des Projektes wurden am Roemer- und Pelizaeus-Museum vom 31. Mai 2019 bis 12. Januar 2020 in der Ausstellung „Den Sammlern auf der Spur“ vorgestellt.

Laufzeit: Februar 2017 – Januar 2018

Publikationen: Lang, Sabine und Nicklisch, Andrea 2020 (in Vorbereitung): Den Sammlern auf der Spur.

Projektförderung: Sparkasse und Sparkassenstiftung Hildesheim Goslar Peine

Projektmitarbeiterinnen: Sabine Lang und Andrea Nicklisch

Link: http://www.rpmuseum.de/ausstellungen/den-sammlern-auf-der-spur.html

Die kolonialen ethnologischen Sammlungen am Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim: Rekonstruktion von Sammlungsbiografien und regionalen Netzwerken | PAESE-Teilprojekt

Kurzbeschreibung: Ein Schwerpunkt des Projektes liegt auf dem vom Museumsgründer Hermann Roemer (1816-1894) aufgebauten und weit gespannten Netzwerk, über das ab Mitte des 19. Jahrhunderts ethnologische Sammlungen nach Hildesheim gelangten, teilweise also schon vor der Gründung deutscher Kolonien in Afrika, China und Ozeanien. Hierzu zählen Objekte aus Namibia (Sammlung Carl Hoepfner, durch diesen erworben 1882-1884) sowie aus Ozeanien (Museum Godeffroy Hamburg, gekauft Ende 1870er/Anfang 1880er-Jahre) und Indonesien (Sammlung Hermann Muhlert, Militärarzt in Niederländisch-Indien, geschenkt 1862/63). Ein zweiter Forschungsschwerpunkt ist die Erhellung der teils wenig erschlossenen Umstände, unter denen diese Sammlungen erworben bzw. angelegt wurden.

Laufzeit: 01.11.2018 – 31.10.2021

Projektförderung: Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE) und wird von der VolkswagenStiftung gefördert.

Kooperationen : Nzila Marina Mubusisi (National Museum of Namibia, Windhoek), Werner Hillebrecht (Museums Association of Namibia)

Projektmitarbeiter_innen: Sabine Lang

Links: https://www.postcolonial-provenance-research.com/paese/teilprojekte/hildesheim-rekonstruktion-sammlungsbiografien http://www.rpmuseum.de/ http://www.rpmuseum.de/ueber-uns/projekte/provenienzforschung.html

Köln

Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt (RJM)

Invisible Inventories

Kurzbeschreibung: Das Forschungs- und Ausstellungsprojekt Invisible Inventories geht der Frage nach, wie Objekte, die sich gegenwärtig im Besitz von Kulturinstitutionen im Globalen Norden befinden, für die heutige kenianische Gesellschaft zugänglich gemacht werden können. Invisible Inventories will afrikanische Perspektiven und Positionen ins Zentrum der Provenienz- und Restitutionsdebatte stellen. Zwei Künstler_innenkollektive sowie Forscher_innen aus Kenia und Deutschland werden mit den National Museums of Kenya (NMK), dem Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) in Köln und dem Weltkulturen Museum in Frankfurt am Main zusammenarbeiten, um im Zeitraum von September 2020 bis September 2021 eine Serie von drei Ausstellungen zu produzieren. Das Rautenstrauch-Joest-Museum und das Weltkulturen Museum setzten ihren Fokus dabei auf die Erforschung der hauseigenen Sammlungen von Objekten aus Kenia. Die Kuratorin der Afrikasammlung ist an dem Projekt Invisible Inventories beteiligt, das 2020/21 in eine Ausstellung in Nairobi und Köln mündet. Die aus Kenia stammenden 85 Objekte in der Sammlung des RJM bilden den Mittelpunkt und den Rahmen des Vorhabens. Die KuratorInnen des National Museum of Kenya und des RJM nähern sich gemeinsam mit einer Gruppe kenianischer und europäischer KünstlerInnen diesem geteilten kolonialen Erbe. Das Ausstellungsprojekt geht durch eine offene künstlerische Praxis der Frage nach, wie diese Objekte, die in einem Archiv in Deutschland lagern, für die kenianische Gesellschaft erfahrbar gemacht werden können.

Laufzeit: 2018 – 2021

Projektförderung: Kulturstiftung des Bundes, Goethe-Institut e.V. Excellence Initiative

Kooperationen mit dem Goethe-Institut Kenia, National Museums of Kenya, SHIFT Kollektiv (Frankreich/Deutschland), The Nest Collective (Kenia)

Projektmitarbeiter_innen: Goethe-Institut Nairobi: Anisha Soff, Sheila Akwany; National Museums of Kenya: Lydia Nafula, Philemon Nyamanga, Juma Ondeng‘, Njeri Gachihi; Rautenstrauch-Joest-Museum: Clara Himmelheber; SHIFT Kollektiv: Sam Hopkins, Marian Nur Goni, Simon Rittmeier; The Nest Collective: Jim Chuchu, Njoki Ngumi; Weltkulturen Museum: Julia Friedel, Frauke Gathof, Leonie Neumann

Link: https://www.inventoriesprogramme.org/

Pacific Presences

Kurzbeschreibung: Unter dem Titel Pacific Presences erforschten WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen, KünstlerInnen und VertreterInnen der Herkunftsgruppen ozeanische Sammlungen in Europa. Das Projekt wurde mit europäischen Mitteln unterstützt und von der Universität sowie dem Museum für Archäologie und Anthropologie in Cambridge geleitet. Das RJM verfügt über einen Teil der Sammlung der Expeditionsfahrt der H.M.S. Royalist (1890-93) unter Admiral Davis. Für Pacific Presences wurden die Objekte fotografiert, mit Artefakten anderer Museen zusammengeführt und die Fotografien im Jahr 2016 an BewohnerInnen Kiribati übergeben. Zudem entstanden parallel Arbeiten, die 2019 auf der 9. Asia Pacific Triennial in Brisbane, Australien, gezeigt wurden und die Verbindung von Gestern zu Heute schaffen.

Laufzeit: 2013 – 2018

Projektförderung: European Research Council under the European Union’s Seventh Framework Programme (FP7/2007 – 2013) / ERC grant agreement n° [324146]11

Kooperationen: Kiribati

Projektmitarbeiter_innen: Ali Clark (Museum of Archaeology and Anthropology, Cambridge)Oliver Lueb, (RJM)

Publikation: Clark, Alison 2019: Resonant Histories. Pacific Artefacts and the Voyages of HMS Royalist 1890-1893 (Pacific Presences, 6).

Link: http://pacificpresences.maa.cam.ac.uk/

Palau-Artefakte in Europa

Kurzbeschreibung: In Zusammenarbeit mit 15 europäischen Museen, darunter auch das RJM, entstand ein umfangreicher Katalog über palauische Artefakte in Europa. Die meisten dieser Objekte existieren heute auf den palauischen Inseln nicht mehr, das Wissen um ihre Herstellung ist in Vergessenheit geraten. Die Forschung beleuchtet neben den Materialien und Herstellungstechniken auch die jeweiligen Sammler und die Umstände, unter denen sie die Objekte erwarben. Es zeigt sich, dass die palauischen Objekte aus der deutschen Kolonialzeit keinesfalls Kriegsbeute waren oder gewaltsam angeeignet wurden. Auch die Einflüsse der verschiedenen Ethnologen, Beamten und Händler auf die palauische Gesellschaft werden deutlich.

Laufzeit: 2016 – 2017

Kooperationen: Palau

Projektmitarbeiter_innen: Oliver Lueb (RJM) und Constanze Dupont (Etpison Museum, Koror, Palau)

Publikation: Etpison, Mandy Thijssen und Constanze Dupont (Hrsg.): Palau in Europe. Palau: Etpison Museum 2017.

Link: www.etpisonmuseum.org

Repatriierung toi moko

Kurzbeschreibung: Im Karanga Aotearoa Repatriation Programme koordiniert das Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa die Rückführungen menschlicher Überreste von internationalen Institutionen zu den entsprechenden Māori-Tribes (iwi). Das RJM publizierte in den Jahren 1969–1975 über einen mumifizierten und tatauierten menschlichen Kopf (toi moko) der eigenen Sammlung und stellte diesen 1969 als Leihgabe für die Ausstellung „Kunst der Völker der Welt“ im Aichi Kunstmuseum Nagoya in Japan zur Verfügung. Im Juni 2017 nahm das RJM Kontakt zu einer Delegation des Museum Te Papa auf, um die Rückführung des toi moko anzustoßen. Nach dem Entschluss des Rats der Stadt Köln am 20.3.2018 und der anschließenden Klärung des Māori-Protokolls erfolgte die Rückgabe am 26.6.2018.

Laufzeit: bis 2018

Kooperationen: Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa

Projektmitarbeiter_innen: Oliver Lueb (RJM), Te Herekiekie Herewini (Te Papa)

Link: https://www.tepapa.govt.nz/international-repatriation

Lübeck

Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck, Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL)

Zwischen Restitution und Partnerschaft? Neubewertung zentralafrikanischer Objekte in der Lübecker Völkerkundesammlung

Kurzbeschreibung: Das Thema der Dissertation sind die Bestände aus Zentralafrika in der Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck. Ungefähr 262 Objekte aus Äquatorialguinea, Gabun sowie angrenzenden Gebieten in Süd-Kamerun und der Republik Kongo werden hier aufbewahrt, die von Lübeckern und anderen Sammler_innen zwischen den 19. und 21. Jahrhundert gesammelt wurden. Besonders bedeutend ist die Sammlung der Lübecker Pangwe-Expedition (1907-1909), von der jetzt nur ca. 168 Objekte erhalten sind und zu der Tagebücher und Veröffentlichungen des Expeditionsleiters Günther Tessmann existieren. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Zerstörung des Lübeckers Museums ca. 85% dieser Sammlung verloren gegangen sind. Darüber hinaus spielen die Forschungsergebnisse Günther Tessmanns in historischen und ethnologischen Beiträgen ins Besondere zu dem Volk der Pangwe oder Fang bis heute eine große Rolle. An diesem Punkt der Analyse ist hervorzuheben, dass die Sammlung Tessmanns zum Teil unter unethischen Bedingungen zusammengetragen wurde. Deshalb ist eine kritische Analyse des verbliebenen Bestandes auch im Hinblick auf mögliche Restitutionen angebracht. Ebenso gilt es aber neben der Rückführung von Objekten auch über eine Partnerschaft im Sinne eines Austauchen von Wissen nachzudenken. Als Wissenschaftlerin aus Gabun möchte ich zu einer Neubewertung dieser Objekte aus einer modernen, afrikanischen Perspektive beitragen. Mich interessiert die Frage, welche Bedeutung die Lübecker Sammlung für eine Rekonstruktion von historischem und kulturellem Wissen haben kann.  Zunächst stellt sich die Frage, welches Wissen über die Ursprungskulturen sich aus den Objekten und Dokumenten der Lübecker Sammlung gewinnen lässt. Diese Frage sollte durch die Dokumente, die ich hier in der Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck, im Stadtarchiv und in der Stadtbibliothek finde, aber auch durch eine eingehende Analyse der Untersuchungsobjekte selbst. Dann folgen den Fragen, was den Sammlern/-innen verborgen geblieben ist und was nach Ansicht von afrikanischen Nachfahren und Fachleuten übersehen wurde. Zur Beantwortung dieser Fragen wird im Sommer 2020 eine Feldforschung durchgeführt. In derselben Richtung folgen den wichtigen Fragen dieses Dissertationsprojekts, nämlich, welche Bedeutung dieses Wissens für eine Revitalisierung und eine Neuerfindung der Tradition in der postmodernen, globalisierten, heutigen afrikanischen Gesellschaft haben könnte und welche Rolle dabei Fragen von Restitution und (Post)-Kolonialismus spielen.

Laufzeit: ab Sommersemester 2019

Projektförderung: Zentrum für Wissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL) und Deutsches Zentrum Kulturgutverluste (DZK)

Kooperationen: Université Omar Bongo / LUTO (Laboratoire universitaire de la tradition orale et des dynamiques contemporaines. Libreville)

Kontaktpersonen: Drossilia Dikegue Igouwe (Projektbearbeiterin), Lars Frühsorge (Leiter der Völkerkundesammlung Lübeck) und Michael Schütte (MA)

Link: https://vks.die-luebecker-museen.de; https://www.uni-luebeck.de/forschung/forschungsprofil/weitere-forschungsbereiche/kulturwissenschaften-und-wissenskulturen-zkfl.html; https://www.kulturgutverluste.de/Webs/DE/Start/Index.html

München

Museum Fünf Kontinente

Der ´Blaue-Reiter-Pfosten´ und die Sammlung Max von Stettens (1893–1896) aus Kamerun im Museum Fünf Kontinente München

Kurzbeschreibung:Ziel des Projekts ist eine möglichst detaillierte Erforschung der Erwerbungskontexte der Sammlung Max von Stettens. Die durch sechs „Schenkungen“ erworbene Sammlung stammt aus der frühen Phase der Inbesitznahme Kameruns durch das Deutsche Kaiserreich und befindet sich seit den 1890er-Jahren im Münchner ethnologischen Museum. Im Vordergrund des Projekts steht die Frage nach der Art der Erwerbssituationen und den Erwerbungsorten der über 200 Inventarnummern umfassenden Sammlung Max von Stettens bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Positionen und Aktivitäten des Sammlers, der Führer der Polizeitruppe und dann Kommandeur der „Schutztruppe“ in Kamerun war. Exemplarisch soll zudem an der Person Max von Stetten und seiner Sammlung die geteilte Geschichte zwischen Deutschland und Kamerun in dieser frühen Phase kolonialer Expansion erarbeitet werden. Ein wesentlicher Bestandteil des Forschungsprojekts ist eine intensive Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern_innen in Kamerun und dortigen Herkunftsgemeinschaften.

Laufzeit: 1.11.2019 – 31.10.2020

Projektförderung: DZK Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Projektmitarbeiter_innen: Albert Goauffo (Koordinator Kamerun), Yrène Matchinda (Mitarbeiterin frankophone Teile der Sammlung), Jospeh Ebune (Mitarbeiter anglophone Teile der Sammlung)

Oldenburg

Landesmuseum Natur und Mensch

Koloniale Sammelstrategien in militärischen Kontexten | PAESE-Teilprojekt

Kurzbeschreibung: Das PAESE-Projekt am Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg untersucht die Herkunft – die Provenienz – und die Erwerbsumstände der ethnologischen Objekte aus kolonialen Kontexten. Unter den Arbeitstitel „Koloniale Sammelstrategien in militärischen Kontexten“, des dazugehörigen Dissertationsverfahrens, liegt der Fokus auf der Sammlung der Langheld-Brüder (Wilhelm, Johannes und Friedrich, angelegt in einem Zeitraum von 1889 und 1901). Anhand der Sammlung der Brüder Langheld lässt sich das Spektrum an Erwerbs- und Sammlungsumständen in kolonialen Kontexten (Geschenk, Raub, Kauf) untersuchen und aufzeigen. Damit verbunden ist die Frage, inwieweit sich daraus Unrechtskontexte rekonstruieren lassen. Ein regionaler Schwerpunkt liegt dabei auf dem Gebiet des heutigen Tansania. Ziel ist es, eine transparente Übersicht über die Oldenburger Bestände zu generieren und die Ergebnisse der Provenienzforschung mit diesen digitalen Beständen zu verknüpfen. Die Ergebnisse sollen Wissenschaftler_innen über die Projektdatenbank online weltweilt zur Verfügung stehen. Das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg setzt sich dabei für einen dialogischen, transparenten und ergebnisoffenen Austausch mit Mitgliedern der Herkunftsgesellschaften ein.

Laufzeit: 2018-2021

Projektförderung: Das Projekt ist Teil des Verbundprojekts „Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen“ (PAESE) und wird von der VolkswagenStiftung gefördert.

Projektmitarbeiterinne : Bearbeiterin: Jennifer Tadge (Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg), , www.postcolonial-provenance-research.com/jennifer-tadge/; Projektleiterin: Ursula Warnke (Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg); Universitäre Betreuerin: Dagmar Freist (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Geschichte), https://uol.de/geschichte-der-fruehen-neuzeit/

Links: https://www.postcolonial-provenance-research.com/paese/teilprojekte/sammelpraktiken-in-militaerischen-kontexten www.naturundmensch.de

 

Provenienzforschung zur anthropologischen Schädelsammlung im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Kurzbeschreibung: Das Projekt erforscht interdisziplinär anthropologisch und historisch koloniale Provenienzen bei 30 menschlichen Schädeln außereuropäischer Herkunft. Neben der nicht-invasiven anthropologischen Bestimmung soll aus historischer Perspektive die Erwerbsgeschichte anhand von Archivalien ausgewertet werden, sodass im Zusammenführen beider Forschungsstränge im Idealfall eine Re-Biografisierung der Menschen möglich wird. Darüber hinaus soll intern eine Haltung im Umgang mit menschlichen Überresten entwickelt werden, die nach außen Wirkung entfaltet.

Laufzeit: 01.12.2019 – 30.11.2021

Projektförderung: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Projektmitarbeiterinnen: Marianne Kupetz und Ivonne Kaiser

Stuttgart

Linden-Museum

LindenLabs

Kurzbeschreibung: Vor dem Hintergrund eines geplanten Neubaus stellt sich das Linden-Museum den Fragen, welche gesellschaftliche Rolle ein ethnologisches Museum in der Zukunft spielt, wie die eigene koloniale Geschichte angemessen aufgearbeitet werden kann und wie Sammlungen zukünftig zugänglich gemacht und präsentiert werden. Ziel des Projekts ist die Fortführung und Erweiterung der bereits begonnenen Auseinandersetzung des Linden-Museums mit seiner kolonialen Vergangenheit und seiner postkolonialen Gegenwart. In acht partizipativen Labs mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten wird die Vorstellung des Museums als objektive Institution der Wissensvermittlung hinterfragt und neue Formen der Präsentation entwickelt, die Vielstimmigkeit zulassen und Dialog ermöglichen. Dabei ist die Provenienzforschung ein integraler Bestandteil aller Labs. Außerdem ist dem Thema der Provenienzforschung und den Möglichkeiten ihrer Vermittlung ein eigenes Lab gewidmet.

Laufzeit: 2019 – 2021

Projektförderung: Kulturstiftung des Bundes

Kooperationen mit Herkunftsgesellschaften: unter anderem mit Kayah und Kayaw (Myanmar), Mapuche (Chile)

Projektmitarbeiter_innen: Henrike Hoffmann, Markus Himmelsbach

Link:  https://www.lindenmuseum.de/

„With Namibia: Engaging the Past, Sharing the Future” (Namibia-Initiative Baden-Württemberg)

Kurzbeschreibung: In der Kooperation des Linden-Museums mit der Universität Tübingen, dem namibischen Nationalmuseum, der Universität von Namibia, der Museum Association of Namibia sowie Vertretern der NGO Heritage Watch, der Ovaherero Genocide Foundation, und des Maherero Royal House, sollen neue Formen der Präsentation der gemeinsamen Geschichte entwickelt werden. Ziel ist, einen langfristigen Dialog zu etablieren und dabei Wissen, Erfahrungen und Interpretationen auszutauschen. Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Sammlungen, historische Fotos und Dokumente, die aus der Region der ehemaligen deutschen Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ bzw. dem heutigen Staat Namibia stammen. Seit 2016 werden die Bestände aus Namibia von Provenienzforschern untersucht. Die Bestände aus Namibia sollen zudem im Rahmen der Namibia-Initiative digital erfasst und damit zugänglich gemacht werden.

Laufzeit: 2019 – 2021

Projektförderung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Kooperationen mit Herkunftsgesellschaften: unter anderem mit der University of Namibia, National Museum of Namibia, Museum Association of Namibia, Heritage Watch, Ovaherero Genocide Foundation, Maherero Royal House, Universität Tübingen

Projektmitarbeiter_innen: Sandra Ferracuti, Christoph Rippe

Links:
https://www.lindenmuseum.de/
https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/namibia-initiative-des-landes-2/

Witzenhausen

Deutsches Institut für tropische und Subtropische Landwirtschaft GmbH (DITSL Witzenhausen)

Die Spur des Schädels – Provenienzforschung, Rückgabe und Erinnerungsobjekt für einen menschlichen Schädel aus dem Depot des Völkerkundlichen Museums Witzenhausen

Kurzbeschreibung: Im Jahr 1907 brachte Harry von Schoenermarck, ein ehemaliger Schüler der Deutschen Kolonialschule in Witzenhausen, einen von ihm so bezeichneten „Hottentottenschädel“ nach Deutschland und schenkte ihn im Mai 1908 dem„Museum“ der Deutschen Kolonialschule. Im Jahr 2014 wurde die Existenz dieses Schädels der Namibischen Botschaft und dem Auswärtigen Amt zur Kenntnis gebracht und mitgeteilt, dass eine Rückgabe beabsichtigt ist. In der Folge wurde eine historisch-anthropologische Provenienzuntersuchung durchgeführt. Das anthropologische Gutachten ergab, dass der Schädel sehr wahrscheinlich von einer Nama-sprechenden weiblichen Person afrikanischer Herkunft stammt, im im Alter von etwa 20 Jahren verstorben war. Das historische Gutachten zeigt verschiedene mögliche Erwerbskontexte im Zeitraum 1902 bis 1907 auf, wobei sehr wahrscheinlich der Übersender, Harry von Schoenermark – den Schädel erst so lange nach dem Tod der Person in seinen Besitz brachte, dass das Geschlecht der Person nicht mehr eindeutig erkennbar war. In Witzenhausen wurde der Schädel in einer eigenen Glasvitrine noch 1940 mit anderen Gegenständen afrikanischer Herkunft in einem „Afrikaraum“ als Ausstellungsobjekt durch die Kolonialschule genutzt bevor er – vermutlich zwischen 1963 und 1976 – in das Depot des heutigen Völkerkundlichen Museums eingelagert wurde. Im Jahr 2016 hat die Kasseler Künstlerin Linda-J. Knop in der Ausstellung des Völkerkundlichen Museum Witzenhausen ein Erinnerungsobjekt mit dem Titel „Zur Erde sollst du werden“ installiert, das auch nach der Rückführung des Schädels sichtbar darauf hinweist, dass über einhundert Jahre lang ein Teil eines Menschen aus einem anderen Kulturkreis hier ohne Einwilligung festgehalten wurde. Im Jahr 2017 wurde eine 40-seitige Broschüre „Die Spur des Schädels“ herausgegeben, die über die Provenienz des Schädels und seine Verwendung in Witzenhausen informiert. Eine englische Fassung der Broschüre wurde 2019 als Print- und Online-Version herausgebracht. Der Schädel wurde im August 2018 mit anderen human remains weiterer deutscher Einrichtungen im Rahmen einer feierlichen Gedenkveranstaltung in Berlin an eine Namibische Delegation übergeben und in der Folge nach Namibia zurückgeführt.

Laufzeit: 2014 – 2019

Projektförderung: Thyssen-Stiftung 8000 Euro, Eigenmittel 8000 Euro

Kooperationen:  Kontaktaufnahme mit der Museum Association of Namibia zur Kooperation in künftigen Provenienzforschungsvorhaben.

Projektmitarbeiter_innen: Christian Hülsebusch (Geschäftsführer des DITSL), Marion Hulverscheidt (Wissenschaftshistorikerin, freie Mitarbeiterin des DITSL) und Holger Stoecker (Historiker, Berlin)

Link: https://ditsl.org/de/kultur-kunst/ethnographische-sammlung

Erschließung des Sammlungsteils aus dem südlichen Afrika im Museum Witzenhausen

Kurzbeschreibung: In Anschluss an die Repatriierung eines menschlichen Schädels nach Namibia (siehe die Spur des Schädels, Laufzeit: 2014-2018) beschäftigt sich das Projekt mit der Erschließung & Digitalisierung der Objekte/Exponate der Sammlung, die aus dem südlichen Afrika, insbesondere Namibia, stammen. Dieser Teil der Sammlung umfasst ungefähr 230 Objekte, wobei die ältesten Objekte um 1910 in die Sammlung kamen. Neben der (Neu-)Identifikation der Objekte werden auch erste Ansätze zu einer umfassenden Provenienzforschung gelegt, in dem bekannte Sammler_innen recherchiert, die Geschichte der Sammlung beschrieben und die Objekte/Exponate mittels Fotografie, Video und 3D-Scans auch digital erfasst und dokumentiert werden. Ziel des Projekts ist es, die Sammlung für zukünftige Provenienzforschungsprojekte nutzbar zu machen und das verfügbare Wissen für Kooperationen und interessierte Fachwissenschaftler_innen zur Verfügung zu stellen.

Laufzeit: 2019-2020

Projektförderung: Eigenmittel

Kooperation: Museums Association of Namibia

Projektmitarbeiter_innen: Martin Nadarzinski (MA-Student Ethnologie, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main) und Klaus Schaller (Mediengestalter, Stiftung Völkerkundliches Museum Witzenhausen)

Link: https://ditsl.org/de/kultur-kunst/ethnographische-sammlung

Zürich

Museum Rietberg

Der Ethnologe als Händler und Sammler. Hans Himmelheber im Spannungsfeld von Forschung, Kunstmarkt und Museum

Kurzbeschreibung: Dieses Teilprojekt gehört in ein umfassendes Forschungsprojekt mit dem Titel „Hans Himmelheber – Kunst Afrikas und verflochtene Wissensproduktion”. Ausgangspunkt ist das bisher noch kaum erforschte “Archiv” des Kunstethnologen und Sammlers Hans Himmelheber (1908–2003), dessen Theorien zur Künstlerpersönlichkeit einen Paradigmenwechsel für das Studium der materiellen Kultur Afrikas eingeleitet haben.  Das Teilprojekt zur Provenienzforschung befasst sich explizit mit der Erforschung von Kunsterwerbung und Marktmechanismen in kolonialen und in postkolonialen Strukturen in der Côte d’Ivoire (Baule, Dan, Guro, Senufo u.a.). Himmelheber war insgesamt zehn Mal im Zeitraum zwischen den 1933 und 1976 in der Côte d’Ivoire, publizierte sehr viel und sammelte und handelte im Auftrag von Museen, Sammlern und Galerien. Das Projekt verspricht Ergebnisse zu Zusammenhängen zwischen der wissenschaftlichen Erforschung der Kunst Afrikas, dem Kunsthandel sowie der westlichen Sammlungs-, Ausstellungs- und Museumspolitik.

Laufzeit: 1.11.2018 – 31.10.2022

Projektförderung: Förderung durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) sowie Eigenmittel

Kooperationen: Musée des Civilisations de la Côte d’Ivoire, Abidjan (Sylvie Memel Kassi); Centre Culturel des Mandé du Sud (Mamadou Kamara)

Projektmitarbeiter_innen: Esther Tisa Francini (Museum Rietberg Zürich), Gesine Krüger (Projektleiterinnen, Universität Zürich),Michaela Oberhofer (Projektleiterinnen, Museum Rietberg Zürich); weitere Projektmitarbeiter_innen: Nanina Guyer (Museum Rietberg Zürich) sowie Anja Soldat (Universität Zürich)

Link https://rietberg.ch/forschung/himmelheber sowie https://www.hist.uzh.ch/de/fachbereiche/neuzeit/lehrstuehle/krueger/forschung/Projekte/Himmelheber.html

Netzwerke

Africa Accessioned Working Group / Namibia Accessioned Working Group

Kurzbeschreibung: Die Africa Accessioned Working Group ist ein vom International Committee of Museums of Ethnography (ICME) in Zusammenarbeit mit der Southern African Development Community Heritage Association (SADCHA) initiiertes Projekt zur Erschließung von Sammlungen aus dem südlichen Afrika (Namibia, Botswana, Simbabwe) in europäischen Museen (Deutschland, Finland, Großbritannien). In der Untergruppe Namibia Accesioned teilen KollegInnen aus deutschsprachigen und namibischen Kultur-, Sammlungs- und Forschungsinstitutionen ihr Wissen zu den Sammlungen ihrer Häuser aus Namibia und rufen bi-nationale Forschungs- und Ausstellungsprojekte ins Leben. Namibia Accessioned besitzt eine Mailingliste, in die Interessierte aufgenommen werden können.

Laufzeit: seit 2014

Kooperationen: Namibia, Botswana

Ansprechpartner_innen: Jeremy Silvester (ICME und Museums Association of Namibia), Larissa Förster (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste), Clara Himmelheber (Rautenstrauch-Joest-Museum Köln),  Jonathan Fine (Ethnologisches Museum Berlin)

Kollaborative Provenienzforschung zu Sammlungen aus Tansania am National Museum and House of Culture in Dar es Salaam und dem Ethnologischen Museum Berlin

Kurzbeschreibung: In  Rahmen der gegenwärtig erfolgenden Auseinandersetzung mit der kolonialen Herkunft großer Teile der Sammlungen aus dem heutigen festländischen Tansania im Ethnologischen Museum Berlin soll das Projekt eine nachhaltige Kooperation mit den oben genannten Institutionen etablieren. Dabei werden Fragestellungen postkolonialer Provenienzforschung, die Kollaboration, Multiperspektivität sowie eine Transzendierung der kolonialen Archive voraussetzen, durch die Einbeziehung der noch unzureichend wissenschaftlich bearbeiteten ethnographischen und historischen Sammlungen des National Museum of Tanzania grundlegend erweitert. Die bislang eher vernachlässigte Verknüpfung zwischen den Sammlungen europäischer Museen und jener afrikanischen Länder ist auch insoweit ein Forschungsdesiderat, als das National Museum and House of Culture in Dar es Salaam, wie viele andere afrikanischen Museen, auf koloniale Museumsgründungen zurückgeht. Die Verknüpfung ausgewählter Objekte der Sammlungen aus Berlin mit ausgewählten Beständen des National Museum of Tanzania wird in Form von Workshops in Dar es Salaam und Forschungsreisen zu den Herkunftsorten ausgewählter Objekte realisiert. Dazu gehört auch die Digitalisierung der betreffenden Objekt- und Archivalienbestände des National Museum of Tanzania, die Entwicklung einer Datenbank sowie Publikationen und eine Ausstellung in Dar es Salaam und an anderen Standorten in Tansania.

Laufzeit: Juli 2019 – Juni 2022

Projektförderung: Gerda Henkel Stiftung

Kooperationen: History Department der University of Dar es Salaam; National Museum of Tanzania; Nachfahren der Produzent_innen, Nutzer_innen und Vorbesitzer_innen der Objekte

Projektmitarbeiter_innen: Paola IvanovAndreas Eckert, Kristin Weber-Sinn, Achiles Bufure und Flower Manase (National Museum and House of Culture, Dar es Salaam), Oswald Masebo (History Department/University of Dar es Salaam), u.a.