SMBS_1709-0259-00

InventarnummerSMBS_1709-0259-00
Alte InventarnummerA III c 589
StandortStädtisches Museum Braunschweig
ObjektbezeichnungKoran in Lederfutteral
SammlungsortAfrika, Kamerun, Region Extrême Nord, Goulfey
Material unbestimmt
Technik unbestimmt
MaßeH: 23,5 cm (Tasche); B: 21 cm (Tasche); T: 8 cm; H: 22 cm (einzelnes Blatt); B: 16 cm (einzelnes Blatt)
Teile Keine Zuordnung
Datierungvor 1905
Verknüpfte Personen und InstitutionenKurt Strümpell
Konvolut3. Konvolut Strümpell
Typ Ethnographica
Kulturelle Zuschreibung keine Zuschreibung
Erweiterte BeschreibungAnmerkung auf der alten Karteikarte: „Vom Sultan Diagara von Gulfei gekauft (10 M. T. Thaler). Auf 424 Blättern aus starkem Papier in arabischer Kalligraphie (z. T. mit Verzierungen in Rot und Gelb), sehr schön ausgeführt. Diese losen Blätter sind in einem ledernen Umschlag (statt Einband), der wiederum in einer braunen Ledertasche steckt, die mit Lederband zugebunden wird.“ Im Eingangsbuch von 1905 der Ethnographischen Abteilung wird in einer Anmerkung zur Sammlung Strümpell folgende Berechnung angegeben: „1 Maria-Theresien-Thaler (die übliche Silbermünze) = 3 Mark = 5000 Kauri“. Handgeschriebener Koran, die Schrift in Schwarz, Verzierungen der Schrift in Rot und Gelb. Auf vielen Seiten sind am Rand kleine längliche oder runde Ornamente in Schwarz, Rot Gelb. Größere Ornamente, die an orientalische Teppiche erinnern befinden sich auf einigen Innenseiten. Eingefasst sind die losen Blätter durch zwei grobe Lederplatten. Eine weitere Lederplatte in der Größe der Papierblätter hat auf einer Seite ein mit Schnur aufgenähtes Viereck, auf der anderen Seite aufgemalt ein Viereck mit 5 mal 5 Unterteilungen, über die quer Schriftzeichen geschrieben sind. Die Blätter befinden sich in einem mit Leinen gefütterten Lederumschlag, dessen Oberfläche eingepunzte Ornamente aufweist. Ein langes Lederband mit einer Kaurischnecke am Ende dient zum Verschnüren des Buches. An einer Seite des Einbandes ist eine Lederschlaufe, mit deren Hilfe man den Koran aus seiner Ledertasche ziehen kann. Die Tasche ist ebenfalls mit Leinen gefüttert, hat doppelte Seitenklappen und zwei Klappen, um den Behälter zu schließen. Die innere Klappe weist die gleiche Verzierung wie der Buchrücken des Korans auf, die äußere Klappe ist mit Lederbändern bestickt. Mit mehreren kürzeren Lederbändern und Schlaufen wird die Tasche verschlossen. An einem geflochtenen Riemen mit einer Verdickung in der Mitte und Knoten an den Enden wird die Korantasche getragen. Bei den Ornamenten innerhalb des Korans handelt es sich zum Teil um magische Zeichnungen, wie sie auch bei Amuletten gebraucht werden. Im Deutschen Koloniallexikon (1920, Bd. I, S, 773) wird der Name des Sultans Djagara, bei von Duisburg (1942) Djaggera geschrieben.
Zugangsjahr zur Sammlung1905
Zugangsmonat zur SammlungJuli
Zugangsart zur Sammlung unbekannt
Zugang vonKurt Strümpell

Provenienz

  • Juli 1905 erworben von/vom Städtischen Museum Braunschweig (seit 1861) als Schenkung bei/beim Kurt Strümpell.
  • 1903-1905 erworben von/vom Kurt Strümpell (1872-1947) durch Kauf bei/beim "Sultan Diagara".

Bemerkungen

Die Angaben zum Datum des Erwerbs der Sammlung durch das SMBS variieren in diesem Konvolut und sind hier entsprechend der Angaben des damaligen Konservators Otto Finsch auf den Karteikarten angegeben. Die Umstände und heutige Bewertung des angegebenen Kaufs müssen noch genauer erforscht werden. Der Verkauf eines Korans durch den Sultan an einen Kolonialoffizier erscheint fragwürdig (IB 2022).

Kürzel der Bearbeiterin/ des Bearbeiters IB
AH
Forschungsjahr der letzten Bearbeitung2021
Forschungsmonat der letzten Bearbeitung03
Forschungstag der letzten Bearbeitung15
Status Provenienz noch nicht bearbeitet
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