SMBS_1709-0250-00

Inventarnummer SMBS_1709-0250-00
Alte Inventarnummer Vw 2.8-60/1; A III c 392
Standort Städtisches Museum Braunschweig
Objektbezeichnung Doppelköpfige Aufsatzmaske
Sammlungsort Afrika, Kamerun, Region Südwest, "Ali" heute?
Material Haut
Holz
Technik unbestimmt
Maße H: 26 cm; B: 30 cm
Teile Einzelteil
Datierung vor 1902
Verknüpfte Personen und Institutionen Kurt Strümpell
Konvolut 1. Konvolut Strümpell
Typ Ethnographica
Kulturelle Zuschreibung Ejagham
Ekoi
Erweiterte Beschreibung Alte Karteikarte: "Ali. Nordkamerun. Fetischkopf, Holz mit Haut überzogen. Der Fuß wird durch einen Kranz von Bastgeflecht gebildet" Dazu Bleistiftnotiz: " Nach Strümpell angeblich Menschenhaut". Nachgewiesen wurden bei den untersuchten Masken der Ejagham Antilopen- und Affenhaut. Angeklebte Haare sind meist Menschenhaar. Die Haut ist bei den beiden Köpfen an einigen Stellen eingerissen. Der Mund ist tief eingeschnitten und wie eine Mundhöhle gestaltet. Holzstifte sind als Zähne eingesetzt. Beide Gesichter weisen Schmucknarben auf. Doppelmasken symbolisieren den Dualismus "Hell-Dunkel", "Frau-Mann" und "Leben-Tod". Einer Legende zufolge handelt es sich um die Darstellung eines berühmten Kriegers, dessen Frau ihn in den Kampf begleitete. Häufig stehen janusköpfige Masken oder Figuren für Weitsichtigkeit: für den Blick zurück in die Vergangenheit und den Blick nach vorn in die Zukunft. Zu dieser Aufsatz-Maske trug der Maskenträger eine zeremonielle Waffe. (E. Haase, vor 2019)
Zugangsjahr zur Sammlung 1902
Zugangsart zur Sammlung unbekannt
Zugang von Kurt Strümpell

Provenienz

  • Dezember 1902 erworben von/vom Städtischen Museum Braunschweig (seit 1861) als Schenkung bei/beim Kurt Strümpell.
  • Dezember 1902 erworben von/vom Kurt Strümpell (1872-1947) in (kolonialen) Gewaltkontexten bei/beim unbekannter Person.

Bemerkungen

Als Leutnant der "deutschen Schutztruppe" führte Kurt Strümpell Ende 1900 eine Expedition im Cross River- bzw. Banyang Gebiet durch, der der "Deutsch-Ekoi-Krieg" vorausgegangen war. Strümpell sollte die von Hauptmann v. Besser auferlegten "Kriegsentschädigungen" eintreiben. Es ist davon auszugehen, dass Strümpell sich das Objekt in diesem Gewaltkontext aneignete. Die "Crossschnellenexpeditionen" von v. Besser zählen zu den gewalttätigsten Militärinterventionen deutscher Truppen in Kamerun und können als Vernichtungskrieg bezeichnet werden (Michels 2004: 170).

Kürzel der Bearbeiterin/ des Bearbeiters IB
AH
Forschungsjahr der letzten Bearbeitung 2021
Forschungsmonat der letzten Bearbeitung Februar
Forschungstag der letzten Bearbeitung 26
Status Provenienz in Bearbeitung
Karteikarte PDF
Weiterführende Literatur

Veröffentlicht in: D. Hecht, „Katalog der afrikanischen Sammlung im Städtischen Museum Braunschweig. Braunschweiger Werkstücke ; 37“. Waisenhaus-Buchdr. und Verl., Braunschweig, 1968.; Veröffentlicht in: „TABU?! : verborgene Kräfte - geheimes Wissen ; [.. erscheint anlässlich der Landesausstellung 2012 der Ethnologischen Sammlungen Niedersachsens .. im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover, 28. September 2012 - 7. April 2013]“. Imhof, Petersberg, 2012.; Veröffentlicht in: „Führer durch die Abteilung Völkerkunde. Arbeitsberichte, Veröffentlichungen aus dem Städtischen Museum Braunschweig ; 62“. Städt. Museum, Braunschweig, 1992.

Objekt URL https://www.postcolonial-provenance-research.com/datenbank/exposition/smbs_1709-0250-00/
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