ML_R.2714
| Inventarnummer | ML_R.2714 |
|---|---|
| Standort | Museum Lüneburg |
| Objektbezeichnung | Holzkeule |
| Sammlungsort | Amerika, Guyanas, Suriname |
| Material | Holz |
|---|---|
| Technik |
geschnitzt |
| Maße | B: 17 cm; H: 13 cm; L: 52,5 cm |
| Teile | Keine Zuordnung |
| Datierung | vor 1791 |
| Verknüpfte Personen und Institutionen | Johann Daniel Taube |
| Objektart | Waffen |
| Typ |
Ethnographica |
| Kulturelle Zuschreibung |
Keine Zuschreibung |
| Erweiterte Beschreibung | Rechteckige Keule aus hartem Holz mit Schnitzverzierungen. |
| Zugangsjahr zur Sammlung | 1791 |
|---|---|
| Zugangsart zur Sammlung |
durch Kauf |
| Zugang von | Johann Daniel Taube |
| Vorbesitzer | Johann Daniel Taube |
Provenienz
| |
| Kürzel der Bearbeiterin/ des Bearbeiters |
HB |
|---|---|
| Forschungsjahr der letzten Bearbeitung | 2025 |
| Status |
Provenienz in Bearbeitung |
| Weiterführende Literatur | Gundestrup, Bente, Det kongelige danske Kunstkammer 1737 II, Kopenhagen 1991, S. 105. | Schmitz, Claudia, Ethnographica in Braunschweig, Dresden 2016, S. 233-235. | Ulfert Tschirner: Das Museum der Lüneburger Ritterakademie. Eine Geschichte des Sammelns um 1800. Regensburg 2020, S. 130 u. Kat. B.24. | Körner, Gerhard, Das Raritätenkabinett im Museum für das Fürstentum Lüneburg, Lüneburg 1965, S. 7. | Tschirner, Ulfert, Der Sammler Johann Daniel Taube und die Gründung des Museums der Lüneburger Ritterakademie. Praktiken des Sammelns um 1800, Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie 24, 2022, S. 245-260. |
|---|---|
| Objekt URL | https://www.postcolonial-provenance-research.com/datenbank/exposition/ml_r2714/ |


Bemerkungen
Die Keule stammt vermutlich aus der Sammlung Daniel Taubes und kam damit vor 1791 ins Museum. Sie lässt sich dem nördlichen Südamerika, wahrscheinlich Suriname oder Guyana zuordnen. In den Braunschweiger Museen, deren Ethnografika in vielen Teilen große Ähnlchkeiten mit Taubes Sammlung aufweisen, gibt es vergleichbare Stücke (bspw. HAUM, Ame 11). Die Muster wurden bis ins 18. Jahrhundert hinein verwendet. Die Keulen wurden sowohl zum Kampf als auch zur Repräsentation eingesetzt. Waffen dieser Art waren zur besseren Handhabung oft mit einer Baumwollumwicklung und einer Handschleife versehen. Sie sind als Tiki, Makana oder Apootoo bekannt. Der Begriff Apootoo für die in Surinam verwendeten Keulen wurde durch den Reisebericht des britisch-niederländischen Soldaten John Gabriel Stedmann bekannt (veröffentlicht 1796). Im deutschen Sprachraum wurde das Wort zu Boutou vereinfacht.
Johann Daniel Taube wurde 1725 als Sohn des Celler Hofarztes geboren. Er studierte in Göttingen und ließ sich danach ebenfalls als Arzt in Celle nieder. Er legte eine große überwiegend naturwissenschaftliche Sammlung an und stand im Austausch mit Gelehrten unter anderem in Kopenhagen und Amsterdam. Außerdem hatte er verwandtschaftliche Beziehungen ins damalige niederländische Suriname, das heutige Suriname und Guyana. 1791 kaufte das Museum der Lüneburger Ritterakademie seine Sammlung für 1.600 Reichstaler. Die Sammlung bestand aus über 45 Tonnen und Kisten und wurde vom 25. Juni bis zum 6. Juli 1791 von Celle nach Lüneburg gebracht.