ML_R.3179.160

InventarnummerML_R.3179.160
StandortMuseum Lüneburg
ObjektbezeichnungSchild
SammlungsortAfrika, südliches Afrika, Südafrika
MaterialLeder
Holz
Technik unbestimmt
MaßeB: 40 cm; H: 1 cm; L: 93 cm
Teile Keine Zuordnung
Datierungvor 1880
Verknüpfte Personen und Institutionen Hans Knop
ObjektartWaffen
Typ Ethnographica
Kulturelle ZuschreibungZulu
Erweiterte BeschreibungLederschild mit eingewobenen Streifen und Holzstab. Nutzungsspuren, insbesondere am Griff.
Zugangsjahr zur Sammlung1880
Zugangsart zur Sammlung als Schenkung
Zugang vonHans Knop
VorbesitzerHans Knop

Provenienz

  • o.D. erworben von/vom Museum Lüneburg durch unbekannte Erwerbsart bei/beim Unbekannt.

Bemerkungen

Der Schild stammt wahrscheinlich aus der Sammlung des Weinhändlers Hans Knop und kam 1880 ins Museum. Er lässt sich den Zulu zuordnen. Im British Museum gibt es einen vergleichbaren Schild (Af,+.1431), der während des englischen „Zulu-Krieges“ 1879 auf dem Schlachtfeld von Ulundi eingesammelt wurde. Das Lüneburger Objekt hat vermutlich einen ähnlichen Ursprung. Albert Behrens hielt den Schild wegen seiner geringen größe für einen Spiel- oder Tanzschild. Das Londoner Exemplar zeigt, dass auch eine kriegerische Nutzung möglich ist.

 

Hans Knop wurde nach 1849 geboren und starb nach 1887. Sein Vater war der Weinhändler August Christian Knop (1813-1904). Das väterliche Geschäft lag am Sande 52. Knops Schwager war der Chemiker und Altertumsforscher Dr. Carl Heintzel (1841-1910). Hans Knop machte erst eine Ausbildung in Bremen und im Rheinland und zog dann nach San Francisco. Später ließ er sich in Johannesburg im damaligen Transvaal nieder und arbeitete in einer Bank. Gleichzeitig kaufte er zumindest einige Anteile der Du Preez Gold Mining & Estate Company.

 

1880 schenkte Knop dem Museum einen Schild, zwei Speere, zwei Wurfspeere und zwei Stöcke. Die Objekte wurden alle den Zulu zugeordnet. Heute sind davon noch der Schild und vermutlich ein Stock erhalten. Knop brachte von seinen Reisen außerdem den Papagei Lora mit, der noch lange in der Familie lebte und Lieder sang. Von 1871 bis 1881 und erneut von 1886 bis 1887 oder 1888 war Hans Knop Mitglied im Naturwissenschaftlichen Verein. 1880 oder 1881 hielt er einen Vortrag „über Südafrika“.

 

Im Herbst 1886 bot Carl Heintzel dem Völkerkundemuseum Berlin eine Sammlung von Waffen, Schmuck und Alltagsgegenständen von einem Familienmitglied Knop an, „welcher sich zur Zeit des Zulukrieges in Südafrika aufhielt und eine kleine Sammlung Waffen und Gebrauchsgegenstände der Zulus mitbrachte“. Das Museum lehnte das wahrscheinlich ab. Einige der Stücke (Speere und Stäbe, möglicherweise Hoheitszeichen) befinden sich heute in einer Privatsammlung. Hans Knop starb der familiären Überlieferung zufolge, als er nachts sein Haus verwechselte und bei einem englischen Nachbarn durch das Fenster einstieg. Der hielt ihn für einen Einbrecher und erschoss ihn.

Kürzel der Bearbeiterin/ des Bearbeiters HB
Forschungsjahr der letzten Bearbeitung2025
Status Provenienz in Bearbeitung
Weiterführende Literatur

Behrens, Albert, Die ethnographische Sammlung, Jahresbericht des Museumsvereins für 1896/1898, 1899, S. 93-110, hier S. 100.

Objekt URLhttps://www.postcolonial-provenance-research.com/datenbank/exposition/ml_r3179160/
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