ML_R.1212

InventarnummerML_R.1212
StandortMuseum Lüneburg
ObjektbezeichnungPferdefigur
SammlungsortAmerika, Guyanas
MaterialKautschuk
Technik geformt
MaßeB: 12,9 cm; H: 9,5 cm; T: 2,8 cm
Teile Keine Zuordnung
Datierungvor 1791
Verknüpfte Personen und InstitutionenJohann Daniel Taube
ObjektartFigur
Typ Ethnographica
Kulturelle Zuschreibung Keine Zuschreibung
Erweiterte BeschreibungDie vom amerikanischen Kontinent stammende Darstellung eines Pferdes weicht mit den kurzen Beinen, dem breiten Brustkasten sowie der eigenwilligen Hals- und Kopfform von den Pferdedarstellungen der europäischen Kunsttradition ab. Die Skulptur besteht aus Kautschuk und ist innen hohl; ein vermutlich ehemals vorhandener Schweif fehlt. Auf dem Rücken und den Flanken: eingeritzte Schmuckformen.
Zugangsjahr zur Sammlung1791
Zugangsart zur Sammlung durch Kauf
Zugang vonJohann Daniel Taube
VorbesitzerJohann Daniel Taube

Provenienz

  • o.D. erworben von/vom Museum Lüneburg bei/beim Museum der Lüneburger Ritterakademie.
  • 1791 erworben von/vom Museum der Lüneburger Ritterakademie durch Kauf bei/beim Johann Daniel Taube.
  • 1791 erworben von/vom Johann Daniel Taube durch unbekannte Erwerbsart bei/beim Unbekannt.

Bemerkungen

Das Pferd wurde im Catalogus der Ritterakademie den Völkern Nordamerika zugeordnet und als "gottesdienstliches Pferd" bezeichnet. In Taubes Katalog heißt es allerdings lediglich "Ein Pferd von americanischem Cachuce Harz (poix élastique)." Das Material spricht aber eher für eine mittel- oder südamerikanische Herkunft. Mit der Gewinnung und Nutzung von Kautschuk in Mittel- und Südamerika wurden die europäischen Gelehrten ab 1740 infolge einer französischen Amazonas-Expedition der Pariser Akademie der Wissenschaften näher bekannt. Pferde gelangten im 16. Jahrhundert auf den amerikanischen Kontinent.

 

Johann Daniel Taube wurde 1725 als Sohn des Celler Hofarztes geboren. Er studierte in Göttingen und ließ sich danach ebenfalls als Arzt in Celle nieder. Er legte eine große überwiegend naturwissenschaftliche Sammlung an und stand im Austausch mit Gelehrten unter anderem in Kopenhagen und Amsterdam. Außerdem hatte er verwandtschaftliche Beziehungen ins damalige niederländische Suriname, das heutige Suriname und Guyana. 1791 kaufte das Museum der Lüneburger Ritterakademie seine Sammlung für 1.600 Reichstaler. Die Sammlung bestand aus über 45 Tonnen und Kisten und wurde vom 25. Juni bis zum 6. Juli 1791 von Celle nach Lüneburg gebracht.

Kürzel der Bearbeiterin/ des Bearbeiters HB
Forschungsjahr der letzten Bearbeitung2025
Status Provenienz in Bearbeitung
Weiterführende Literatur

Ulfert Tschirner: Das Museum der Lüneburger Ritterakademie. Eine Geschichte des Sammelns um 1800. Regensburg 2020, S. 131 u. Kat. B. 25. | Körner, Gerhard, Das Raritätenkabinett im Museum für das Fürstentum Lüneburg, Lüneburg 1965, S. 7. | Tschirner, Ulfert, Der Sammler Johann Daniel Taube und die Gründung des Museums der Lüneburger Ritterakademie. Praktiken des Sammelns um 1800, Verhandlungen zur Geschichte und Theorie der Biologie 24, 2022, S. 245-260.

Objekt URLhttps://www.postcolonial-provenance-research.com/datenbank/exposition/ml_r1212/
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