SMBS_1709-0302-00
| Numéro d'inventaire | SMBS_1709-0302-00 |
|---|---|
| Ancien numéro d'inventaire | A III c 529; Vw 6.4-44/2 |
| Emplacement | Städtisches Museum Braunschweig |
| Nom de l'objet | Männergewand mit großer Stickerei |
| Désignation autochtone | fuska kura (Kanuri); baban zubi (Hausa) |
| Lieu de collecte | Afrika, Nigeria, Borno, Dikwa |
| Matériel |
Indigo |
|---|---|
| Technologie |
genäht |
| Dimensions | H: 120 cm; B: 237 cm |
| Pièces |
Einzelteil |
| Rencontre | vor 1905 |
| Personnes et institutions associées | Kurt Strümpell |
| Lot mixte | 3. Konvolut Strümpell |
| Taper |
Ethnographica |
| Attribution culturelle | Aucune attribution |
| Description | Am Saum ist das Gewand mit einem Stoffstreifen in Violett, Grün und Weiß gefüttert und eingefasst. Die Stickerei ist mit naturfarbenem Garn ausgeführt und zeigt auf der rechten Brustseite und dem Rücken als leitmotivische Muster die Spirale (auch Trommel „tambari“ genannt) sowie zentral das „Acht-Messer-Motiv“ (aska takwas). Unter der Stickerei auf der linken Brustseite ist eine große Tasche. Beschreibung auf der alten Karteikarte (Otto Finsch): „Gewand eines Vornehmen, Baumwolle m. f.f. Stickerei. Dikoa (Marktpreis hier 18 Maria Theresia Thaler, à. = M 3). Blau und weiß kariertes Zeug mit sehr feiner Stickerei in Baumwolle (?). Einheimisches Gewebe und Arbeit (Stickerei von Männern gefertigt) in Kano (Bornu) angefertigt u. durch Hausahändler weit vertrieben.“ Bezeichnung auf dem alten Objektzettel: „’Tobe’. Gewand eines Vornehmen. Hausaarbeit aus Kano. Markt in Dikoa. Hierzu: Hose A III c 532.“ Der auf den alten Karteikarten verwendete Begriff "Tobe" kommt aus dem Arabischen. In frankophonen Ländern Westafrikas werden lange geschlossene Gewänder heute „Boubou“ genannt (vgl. Gardi 2000, S. 14 ff.). Mustapha Kashimri (Mitarbeiter des Palastmuseums in Bama) erklärte die Nupe als herstellende Gruppe, während Hausa Gewänder wie diese als Händler auf die Märkte von Borno (bzw. ins frühere "Deutsch Bornu) gebracht hätten (Interview IB 01/2021). Dort wurden die Herstellung der Gewänder und ihre Muster von Angehörigen der Kanuri übernommen und heute noch z.B. in Maiduguri verkauft (Austausch von IB und Prof. Ibrahim Maina Waziri in 2020). So erkannte Ali Bukar Galtimari (Verkäufer nigerianischer Gewänder in Maiduguri) das Gewand als Arbeit der Kanuri, wobei er vermutlich von zeitgenössischeren Erfahrungen ausging. Die Kanuri-Bezeichnung „fuska kura“ (= „Gewand mit großem Muster“) und der Hausa-Name "baban zubi" gehen auf den Austausch zwischen IB und Prof. Waziri zurück. Zum Sammelzeitpunkt, während der deutschen Kolonialzeit, hieß die heutige Stadt Dikwa "Dikoa" und war Hauptstadt des Sultanats "Deutsch-Bornu", das zur Residentur "Deutsche Tschadseeländer" der deutschen Kolonie Kamerun gehörte. |
| Année d'accès à la collection | 1905 |
|---|---|
| Type d'accès à la collection |
als Schenkung |
| Accès depuis | Kurt Strümpell |
Provenance
| |
| Abréviation du processeur |
IB |
|---|---|
| Année de recherche du dernier traitement | 2021 |
| Mois de recherche du dernier traitement | 12 |
| Journée de recherche de transformation finale | 16 |
| Statut |
Provenienz in Bearbeitung |
| Fiche | |
|---|---|
| Lectures complémentaires | Beschrieben in: D. Hecht, „Katalog der afrikanischen Sammlung im Städtischen Museum Braunschweig. Braunschweiger Werkstücke ; 37“. Waisenhaus-Buchdr. und Verl., Braunschweig, 1968; Literatur in Zusammenhang: B. Menzel, „Textilien aus Westafrika Bd.2. : Katalog. Veröffentlichungen des Museums für Völkerkunde Berlin N.F.27, Abteilung Afrika VIII ; 2.“. Museum für Völkerkunde, Berlin, 1972; B. Gardi, „Boubou - c'est chic : Gewänder aus Mali und anderen Ländern Westafrikas“. Christoph-Merian-Verl., Basel, 2000. |
| URL | https://www.postcolonial-provenance-research.com/fr/collections/exposition/smbs_1709-0302-00/ |



Remarques
Auf der Karteikarte ist notiert, dass Strümpell das Gewand auf dem Markt von Dikoa (heute Dikwa in Nigeria) in der damaligen deutschen Kolonie Kamerun kaufte. Strümpell war zu der Zeit Oberleutnant der deutschen Schutztruppe und in Dikoa stationiert. Die Umstände und die heutige Bewertung des Erwerbs werden derzeit erforscht.