| Description | Qing-Dynastie (1644-1911); Mit birnenförmigem, zu zwei Schauseiten mit je einer erhabenen Reserve abgeflachtem Gefäßkörper, der in einen hohen Hals mit nach außen schwingender, becherförmiger Mündung mit hochgestellter Lippe übergeht; Tülle und hals durch einen Steg in Form eines Lingzhi-Pilzes in der Höhe verbunden, in der auch der schleifenförmig nach oben geschwungene Henkel ansetzt. Dieser hat oben eine Ringöse, an der der flache Deckel mit Knauf befestigt werden kann. Der Dekor ist in Unterglasurblau gemalt: Auf der Wandung je eine tropfenförmige Reserve mit einem fünfklauigen Drachen. gerahmt von einer Doppellinie; der übrige Gefäßkörper überzogen mit einem dichten Blütenrankendekor bis hinauf zum Hals, der mit einem Mäander zwischen blaugrundigem Ruyi-Band unten und dichtem Blattkranz oben ausgezeichnet ist; die hochgestellte Lippe mit einer "Klassischen Ranke", die sich auf dem Fußring weiderholt.
Diese Kanne mit abgeflachter Form und je einer erhabenen, tropfenförmiger Reserve sowie relativ hoch angesetzter Tülle und Henkel bezieht auf Vorbilder eines Kannentypus, von dem die meisten Beispiele in die Jiajing-Periode, 1522- 1566, datiert werden, ohne dass sie durch eine Regierungsmarke näher bestimmt wären ( vergl. die Kanen in Überglasurrot und - gold: Sekai toji zenshu, XI, Tafel 16, 98,99 und Abb. 131-133, S. 218). Mit unterglasurblauem Dekor hat sich dieser Typus mit einigen Beispielen in der Sammlung des Ardebil-Schreins erhalten ( Pope, Chinese Porcelains, Tafel 98; diese als spätes 16, Jahrhundert datiert). Der Dekor der Hildesheimer Kanne greift diese Vorbilder des 16. Jahrhunderts nicht auf, sondern bezieht sich, auch in der malerischen Wiedergabe des "heaped and piled"-Effekts, auf Vorbilder des frühen 15. Jahrhunderts.
Das Objekt ist im Katalog durch Ohlmers Sammlung unter der Nr. 296 (1932) und Nr. 47 (1898 Blauweiß) zu finden. |
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Remarques
Durch Ernst Ohlmer sind chinesische Porzellane zwischen 1881 und 1929 als Schenkung und als Nachlass ins Roemer-Museum Hildesheim gekommen. Die Sammlung E. Ohlmer war ab 1898 im Museum ausgestellt, eine endgültige Schenkung der Sammlung fand erst 1929 durch die Witwe Louise Ohlmer statt.