Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Allgemeine Informationen über die Institution

Das Landesmuseum Natur und Mensch wurde 1836 von Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg (1783-1853) gegründet. Der Ankauf einer für das Museum konstituierenden Sammlung von Insekten, Vögeln und Säugetieren vom Delmenhorster Kreisphysikus Dr. Otto Ernst Oppermann (1764-1851) datiert sogar auf das Jahr 1835. Insgesamt lässt sich die Entstehung der Sammlung teilweise bis in die 1770er Jahre zurückverfolgen und umfasst Objekte aus der Archäologie, Naturkunde, Ethnologie, Geologie und Botanik. Eine Besonderheit des Mehrspartenmuseums ist die von Künstlern szenografisch gestaltete Dauerausstellung. So wird den Besucherinnen und Besuchern ein eindrucksvolles und vielschichtiges Bild der Kultur- und Naturgeschichte der Region präsentiert, die geprägt ist vom Moor, dem Watt, den Salzwiesen und dem Meer. Wechselnde Sonderausstellungen widmen sich überregionalen Themen mit dem Fokus auf die Sammlungsschwerpunkte des Museums: Naturkunde, Archäologie und Ethnologie. Neben eindrucksvollen Objekten regionaler Herkunft, darunter die bedeutenden Moorfunde oder die Großsteingräber der Geest, gibt es koloniale Sammlungsbestände im Landesmuseum. Einige dieser Objekte sind in historischen Vitrinen im sogenannten „Naturalien-Cabinett“ ausgestellt, welches auf die Gründungszeit des Museums im 19. Jahrhundert verweist.

Allgemeine Information zu Sammlung aus kolonialen Kontexten im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg

Seit den Anfängen des Museums 1836 gehören ethnologische Bestände und Naturalien aus außereuropäischen Regionen zu den Sammlungsgebieten. Die Objekte stammen meist aus privaten (häufig lokalen) Sammlungen oder aus den Berliner Museen für Naturkunde und Völkerkunde, welche durch den Bundesratsbeschluss von 1889 zentrale Sammelstelle für Objekte aus deutschen Kolonien wurden und überschüssige Objekte an die übrigen Museen abgaben, so auch an das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg. Zusätzlich wurden Objekte zur Ergänzung des Bestands durch Kauf oder Tausch erworben. Von den insgesamt etwa 7.000 ethnologischen Objekten stammen etwa 50% aus kolonialen Kontexten, überwiegend aus der deutschen Kolonialzeit. Heute erfolgen Ergänzungen nur noch, in Anlehnung an das Sammlungskonzept, über Schenkungen.

Informationen zu in PAESE zu erforschenden Teilbeständen

Im Rahmen des PAESE-Teilprojekts am Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg werden primär die ethnologischen Sammlungsbestände aus den ehemalig deutschen Kolonialgebieten untersucht, die sich heute in den Ländern Tansania, Kamerun und Papua-Neuguinea befinden. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Sammlung der Langheld-Brüder (Wilhelm, Johannes und Friedrich), die zwischen 1889 und 1901 angelegt wurde und über 1000 Objekte umfasst (v.a. Alltags- und Gebrauchsgegenstände, sowie Waffen). Die Sammlung entstand überwiegend in Tansania, als die Langheld Brüder während der deutschen Kolonialzeit als Angehörige der „Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika“ und des „Deutschen Antisklaverei-Komitees“ dort im Einsatz waren. Der größte Teil stammt dabei von Wilhelm Langheld (1867-1917). Die damals entstandene Sammlung ist in mehrere Museen verstreut, darunter im Ethnologischen Museum Berlin, über 1000 Objekte befinden sich im Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg. Das Projekt zieht darüber hinaus kleinere Konvolute heran, darunter die Sammlung von Objekten aus Samoa, angelegt von Richard Deeken (1874-1914) und die Sammlung Graf von Baudissin (1852-1921) von Objekten aus Papua-Neuguinea. Auch betrachtet werden die Konvolute, die das Museum über das Ethnologische Museum in Berlin, als damaliger Sammelstelle für Objekte aus den Kolonien, bekommen hat. Diese stammen hauptsächlich aus Kamerun und sollen durch eine Digitalisierung weiteren Forschungsvorhaben zugänglich gemacht werden.

#Elefantenkopf-Pfeife Sammlung Braunschweig

Dolch, Bukoba

Kontakt:

Jennifer Tadge, M.A., Doktorandin im Teilprojekt des Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg